Pharmazeutische Zeitung online
E-Rezept

Gematik-App: Was muss mein Smartphone dafür können?

Das »volldigitale Anwendungsszenario« rund um die Einlösung des E-Rezepts bietet die Gematik-App aber erst nach erfolgreicher Anmeldung in der App. »Dafür sind neben einem NFC-Modul im Handy auch eine NFC-fähige elektronische Gesundheitskarte sowie ein dazugehöriger PIN notwendig«, heißt es. Die Kassen haben den gesetzlichen Auftrag, ihre Versicherten zeitnah mit einer solchen EGK auszustatten. Eine entsprechende Übergangszeit hat die Gematik nach eigenen Angaben bereits eingeplant. Der Wunsch der Gesellschaft ist es nämlich, dass die App gleich von Beginn an funktionsfähig und nutzerfreundlich ist. 

Geplant ist darüber hinaus, auf dem Ausdruck des E-Rezepts Informationen zur Anwendung zu geben sowie die Vorteile des digitalen Prozesses vorstellen. »Damit möchten wir in der Übergangszeit weitere Anwender der E-Rezept App dazugewinnen und sind derzeit im Austausch mit der zuständigen Formularfachkommission der Kassenärztlichen Bundesvereinigung«, so die Gematik.

Auf Wunsch des Patienten bleibt es aber auch weiterhin möglich, mit dem Ausdruck des E-Rezepts in die Apotheke zu gehen. Auf die Frage, ob der Patient dann nicht theoretisch den QR-Code auf dem gedruckten Rezept abfotografieren und diesen anderen Anbietern bereitstellen kann – ohne die geplante Weiterleitungsfunktion der Gematik-App zu nutzen und so gegebenenfalls auf Datenschutz zu verzichten oder von etwaigen Lockangeboten zu profitieren, antworte die Gesellschaft: »Welche weiteren Apps am Markt von Dritten angeboten werden und wie sicher diese sind, können wir als Gematik nicht beeinflussen.« Auch liege es außerhalb des Einflussbereiches der Gematik, welche Werbemaßnahmen in diesem Zusammenhang angeboten würden.

Entschlüsselung nur mit Gematik-App möglich

Sie weist allerdings darauf hin, dass die sensiblen Gesundheitsdaten in jedem Fall sicher sind. Da auch ein Drittanbieter diese erst nach einer Authentifizierung in der TI mithilfe der EGK oder in einer Apotheke entschlüsseln kann. Geht es nach der Gematik, sollten Patienten bestenfalls grundsätzlich die App der Gesellschaft nutzen, um damit ihre E-Rezept zu verwalten. Denn die Anwendung verfüge zudem über ein »wettbewerbsneutral aufgeführtes Verzeichnis« von Online- und Offizin-Apotheken, denen man das E-Rezept zuweisen könne. In diesem Zusammenhang betont die Gematik noch einmal, dass eine elektronische Verordnung grundsätzlich nur aus dieser App heraus empfangen und direkt weitergeleitet werden kann. ­­

Bei der Expopharm Impuls hatte Gematik-Chef Markus Leyck Dieken gegenüber der Pharmazeutischen Zeitung bereits hervorgehoben, dass die Apotheker eine gute Chance im App-Wettbewerb beim E-Rezept haben: Nämlich dann, wenn sie ihr rotes Markenzeichen klar spielen.

Seite<12
Seite<12

Mehr von Avoxa