Bereits in der Vergangenheit sprach sich Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) für einen Fokus auf die Frauengesundheit aus. Dem Versprechen kommt sie nun nach. / © Imago / Sven Simon
Die finanzielle Zukunft der interdisziplinären Forschungszentren für reproduktive Gesundheit in Ulm, Münster, Hamburg, Jena und Leipzig ist weiterhin gesichert. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) informiert in einer Pressemitteilung, dass der Forschungsbereich der reproduktiven Gesundheit in der Universitätsmedizin mit einer Förderung von 15 Millionen Euro strukturell weiterhin gestärkt werden soll. Bereits von 2023 bis 2026 seien 16 Millionen Euro in den Bereich geflossen. »Die erfolgreiche Arbeit der interdisziplinären Zentren für reproduktive Gesundheit geht weiter«, sagt Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU).
Zum Forschungsgebiet gehören demnach die Themen Frauengesundheit, Schwangerschaft, die männliche Fortpflanzungsfähigkeit, der Erhalt der Zeugungsfähigkeit aller Geschlechter beispielsweise bei Krebs oder Endometriose und die Zusammenhänge von Übergewicht und sexueller wie reproduktiver Gesundheit. »Viele Fragen sind noch unbeantwortet, obwohl die Auswirkungen gravierend sein können. So ist fast jedes zehnte Paar zwischen 25 und 59 Jahren in Deutschland ungewollt kinderlos, eine schmerzvolle Erfahrung für viele Betroffene«, erklärt Ministerin Bär in der Mitteilung.
Abgesehen von Fruchtbarkeit und Fortpflanzung behandle das Forschungsgebiet auch das körperliche und seelische Wohlbefinden mit der eigenen Sexualität. Hier betrachte man körperliche, medizinische, psychosoziale und medizinethische Aspekte.
Das BMFTR habe hier allerdings auch die Komponenten Bildung und Wirtschaft im Auge. »Mit unserer Förderung wollen wir insbesondere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler früher Karrierestufen für dieses spannende Forschungsfeld gewinnen – und langfristig binden. So stärken wir Deutschlands internationale Wettbewerbsfähigkeit in diesem wichtigen Forschungsfeld«, untermauert Bär.
Die Standorte weisen hier verschiedene Forschungsschwerpunkte auf. In Hamburg liege der Fokus auf reproduktiver Gesundheit bei Übergewicht und Adipositas. In Leipzig erforsche man Einflussgrößen bei Kinderwunsch und reproduktionsmedizinischen Behandlungen. Die Ulmer Universitätsmedizin habe sich auf verbesserte Optionen und Technologien zum Erhalt der Fruchtbarkeit spezialisiert. Für Diagnostik und Behandlung von männlicher Unfruchtbarkeit sei Münster zuständig. Frühschwangerschaft und reproduktive Gesundheit seien in Jena am besten erforscht.