| Christina Hohmann-Jeddi |
| 20.04.2026 07:00 Uhr |
Wie hängen die Schlafstörungen mit dem Krankheitsverlauf bei Parkinson zusammen? Dazu zitierte der Neurologe eine Studie, bei der 11 Millionen US-Veteranen im Alter von durchschnittlich rund 60 Jahren etwa fünf Jahre lang beobachtet wurden (»JAMA« 2025, DOI: 10.1001/jamaneurol.2025.4691). Es zeigte sich, dass Menschen mit einer obstruktiven Schlafapnoe (OSA) ein deutlich erhöhtes Risiko hatten, innerhalb von fünf Jahren nach der OSA-Diagnose an Parkinson zu erkranken. Dieses Risiko ließ sich durch eine frühe Therapie der OSA (Tragen einer CPAP-Maske) senken.
»Das deutet darauf hin, dass der Schlaf ein verlaufsmodifizierender Faktor bei der Parkinson-Krankheit sein kann«, sagte Claßen. Es seien noch weitere Methoden wie Hirnstimulation in der Pipeline, mit denen man den Schlaf modulieren könne.
Statt den Schlaf zu beeinflussen, könne man aber auch direkt das glymphatische System adressieren, sagte Claßen. Auch hier gibt es erste Ansätze. So aktiviert offenbar der selektive α-Adrenozeptor-Agonist Dexmedetomidin, der in der Intensivmedizin zur Sedierung eingesetzt wird, das glymphatische System – zumindest in Tiermodellen (»Frontiers in Pharmacology« 2025, DOI: 10.3389/fphar.2025.1648308).
Und auch technische Therapieansätze werden untersucht, etwa eine sensorische Stimulation oder eine mechanische Manipulation der im Halsbereich gelegenen Lymphabflüsse sowie fokussierter Ultraschall, der das glymphatische System anregen soll. All diese Methoden seien derzeit noch in der präklinischen Phase, aber es könne angenommen werden, dass sie in den nächsten Jahren auch beim Menschen getestet werden, sagte der Mediziner. So könne eine verstärkte Reinigung des Gehirns künftig womöglich eine Therapieoption bei Parkinson werden.