Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen (vdek), wirft dem KBV-Chef in einer Pressemitteilung vor, dass er durch seine Äußerungen Angst schüre: »Die KBV malt hier ein Schreckgespenst von Leistungskürzungen und endlosen Warteschlangen an die Wand und trägt eine politische Diskussion auf dem Rücken der Patientinnen und Patienten aus«, so Elsner. Sie halte die Äußerungen für »überzogen« und sei der festen Überzeugung, dass man in den Großteil der Ärzteschaft großes Vertrauen habe.
Insbesondere die These, dass durch das Streichen der sogenannten TSVG-Regelungen Termine wegfallen würden, entkräftet Elsner: »Die Erfahrungen und Auswertungen seit Einführung des TSVG im Jahr 2019 haben klar gezeigt: Die Extravergütungen für Terminvermittlungen und vermeintlich zusätzliche Termine haben den gesetzlich Versicherten keine spürbar kürzeren Wartezeiten gebracht, sondern vor allem teure Mitnahmeeffekte auf Kosten der Beitragszahlerinnen und Beitragszahler erzeugt«. Insgesamt koste die ärztliche Versorgung 57,3 Milliarden Euro pro Jahr, »damit kann eine gute Versorgung sichergestellt werden«, so die Vorstandsvorsitzende.
Elsner betont demnach, dass keine Termine wegfallen, »nur weil für eine Selbstverständlichkeit kein Extra-Zuschlag mehr gezahlt wird«. Auch die verbindliche Meldung der freien Termine an die Terminservicestellen zieht laut Elsner keine Kapazitäten aus dem System, sondern sorgt für eine faire Vermittlung nach medizinischer Notwendigkeit. »Statt den Versicherten mit Leistungskürzungen zu drohen, sollte die KBV ihren gesetzlichen Auftrag konstruktiv umsetzen und gemeinsam mit den Kassen an einer modernen, bedarfsgerechten Terminvergabe arbeiten«, so Elsner.