Laut einer Statista-Umfrage kaufen immer weniger Menschen in der Apotheke vor Ort ein. / © imago/Westend61
Laut einer Umfrage von Statista Consumer Insights ist der Anteil der Befragten, die in den vergangenen zwölf Monaten etwas in einer stationären Apotheke gekauft haben, von 73 Prozent im Jahr 2019 auf 53 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten gesunken. Besonders stark ist dieser Anteil in den vergangenen zwei Jahren gesunken. Während der Anteil im Jahr 2024 noch bei 63 Prozent lag, waren es im Jahr 2025 nur noch 58 Prozent.
Laut Statista haben Versandapotheken und digitale Bestellwege vor allem bei planbaren Medikamenten und nicht verschreibungspflichtigen Produkten Marktanteile gewonnen. Das E-Rezept habe diese Prozesse weiter erleichtert.
Es ist jedoch nicht allein die Online-Konkurrenz, die die Apotheken ökonomisch in Schwierigkeiten bringt, so Statista. Die wirtschaftliche Basis vieler Apotheken sei ebenfalls geschwächt, da die Vergütung für verschreibungspflichtige Arzneimittel nur begrenzt mit den steigenden Personal-, Energie-, Miet- und Finanzierungskosten Schritt halte. »Gleichzeitig verursachen Bürokratie, Dokumentationspflichten und gesetzliche Vorgaben einen hohen zusätzlichen Arbeitsaufwand«, so das Fazit von Statista.
Die Ergebnisse der Umfrage kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Zahl der öffentlichen Apotheken kontinuierlich sinkt. Mit 16.601 Standorten im Jahr 2025 wurde der niedrigste Wert seit Ende der 1970er-Jahre erreicht.
Die steigende Zahl an Schließungen führe dazu, dass immer mehr Menschen weitere Wege zu ihrer nächsten Apotheke zurücklegen müssten. Laut der ABDA betraf dies im Zeitraum von 2018 bis 2023 bereits mehr als zwei Millionen Menschen.
Die Umfrage wurde von Statista Consumer Insights durchgeführt, einem datenbasierten Marktforschungs- und Analyse-Tool, das auf großen, repräsentativen Online-Befragungen basiert und Informationen zu Konsumverhalten, Einstellungen, Mediennutzung, Markenwahrnehmung und Zielgruppen liefert. Eigenen Angaben zufolge hat das Tool für diese Auswertung seit 2019 jährlich Umfragen mit 2000 bis 4700 Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren durchgeführt. Weitere Angaben über die Daten hat das Unternehmen nicht gemacht.
Das Papier-Rezept ist ein Auslaufmodell. Mit dem E-Rezept sollen alle Arzneimittel-Verordnungen über die Telematikinfrastruktur abgewickelt werden. Wir berichten über alle Entwicklungen bei der Einführung des E-Rezeptes. Eine Übersicht über unsere Berichterstattung finden Sie auf der Themenseite E-Rezept.