| Lukas Brockfeld |
| 09.10.2026 15:10 Uhr |
Auch diese Apotheke in Berlin musste aufgeben. / © Imago/Jochen Eckel
Seit dem 1. Juli 2026 gilt das höhere Apothekenfixum von 9 Euro. Zum Jahreswechsel soll das Honorar noch einmal steigen und wird dann bei 9,50 Euro liegen. Die Bundesregierung möchte so das seit Jahren anhaltende Apothekensterben stoppen. Im Januar gab die ABDA bekannt, dass die Gesamtzahl der deutschen Apotheken auf 16.601 Betriebsstätten gesunken ist – der niedrigste Stand seit 1977.
Trotz der Fixumserhöhung ist bisher keine Trendwende zu beobachten. Eine Abfrage der PZ bei den Apothekerkammern der Bundesländer zeigt weiterhin einen deutlichen Rückgang der Apothekenzahlen. Zwar lagen zum Redaktionsschluss noch nicht aus allen Ländern Zahlen vor, doch die verfügbaren Daten zeichnen ein eindeutiges Bild.
Es bleibt abzuwarten, ob die neuen politischen Rahmenbedingungen zu einer Trendwende führen. Ab 2028 soll das Apothekenhonorar jährlich neu mit den Krankenkassen verhandelt werden. »Wir begrüßen diese wichtige Neuregelung, um das jahrelange Apothekensterben zu stoppen und besonders den jungen Apothekerinnen und Apothekern wieder eine wirtschaftliche Perspektive bei der Neugründung oder Übernahme von Apotheken zu geben«, sagte ABDA-Präsident Thomas Preis im September beim Deutschen Apothekertag. Auch das Ende des Skonto-Verbots könnte den Apotheken wirtschaftlich helfen. Mit der Apothekenreform können Apotheken außerdem ihr Angebot erweitern, zum Beispiel durch Impfungen und bestimmte Schnelltests.
Gleichzeitig machen hohe Energiekosten, steigende Mieten, steigende Personalkosten und eine vergleichsweise hohe Inflationsrate Apotheken wirtschaftlich zu schaffen. Mit dem GKV-Spargesetz steigt außerdem ab Januar der Kassenabschlag pro abgegebener Rx-Packung von 1,77 auf 2,07 Euro. So sollen auf Kosten der Apotheken jährlich etwa 200 Millionen Euro in der Gesetzlichen Krankenversicherung eingespart werden.