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Markerproteine
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Frühe Hinweise auf Prostatakrebs im Blut

Männer, die ein erhöhtes Risiko für Prostatakrebs haben, könnten zukünftig durch Blutuntersuchungen frühzeitig erkannt werden. Eine Studie aus Oxford hat gezeigt, dass bestimmte Blutproteine bereits Jahre vor der Diagnose auf das spätere Erkrankungsrisiko und die Krebsart hinweisen könnten.
AutorKontaktChristina Düll
Datum 27.10.2026  15:30 Uhr

Prostatakrebs ist bei Männern der am häufigsten auftretende Krebs weltweit. Trotzdem ist noch ungeklärt, wie genau der Krebs entsteht und warum einige Krebsarten aggressiver sind als andere. In einer Fall-Kohorten-Studie untersuchten Forschende um Dr. Zhe Huang von der Universität Oxford, Großbritannien, ob bestimmte Blutproteine mit dem Risiko für Prostatakrebs zusammenhängen.

Sie betrachteten Proteine, die an der Immunabwehr und der Bildung von Blutgefäßen beteiligt sind, sowie Proteine, die mit bekannten Prostatakrebsgenen in Verbindung stehen. Dabei analysierten die Forschenden Blutproben von 982 Männern, die anschließend Krebs entwickelten, und Blutproben von 1573 Männern aus der Studie »European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition« (EPIC), die in einer zufälligen Stichprobe ausgewählt wurden.

Mehr als 6000 verschiedene Blutproteine wurden untersucht und zwischen den Teilnehmern verglichen. In einer Mitteilung der Universität erklärte Huang: »Indem wir Tausende von Proteinen in Blutproben messen, die Jahre vor der Diagnose gesammelt wurden, können wir untersuchen, wie sich Männer, die später aggressiven Prostatakrebs entwickeln, von Männern ohne Prostatakrebs unterscheiden.«

Warnsignal im Blut

Das Forschungsteam identifizierte zwölf Blutproteine, die mit Prostatakrebs in Verbindung stehen. Dazu gehört Granzym Z (GZMK), ein Protein, das von Immunzellen gebildet wird und an der Immunabwehr beteiligt ist. Dieser Zusammenhang könnte mögliche Hinweise auf Immunprozesse liefern, die mit einem späteren Prostatakrebsrisiko verbunden sind. Bei den untersuchten Männern wurde Prostatakrebs teilweise mehr als 15 Jahre nach der Blutuntersuchung diagnostiziert.

Zusätzlich entdeckten die Forschenden sieben weitere Proteine, die mit aggressiven Krebsarten in Verbindung gebracht werden können. So zeigte sich, dass das Ankyrin-Wiederholungsdomänen-enthaltende Protein 1 (ANKRD1) bei Krebsarten nachgewiesen wurde, die schwerwiegend und tödlich sind. ANKRD1 ist an der Regulation zellulärer Prozesse beteiligt und beeinflusst die Aktivität bestimmter Gene. Auch Proteine, die mit den krebsrelevanten Genen ERBB3, KRAS und NRAS in Verbindung stehen, wurden mit aggressiven Krebsarten assoziiert.

Die Forschenden um Huang veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift »European Urology« (DOI: 10.1016/j.eururo.2026.08.014 ) und präsentierten sie auf der Jahrestagung der American Society of Human Genetics Ende Oktober in Montreal.

Weitere Studien sollen folgen

Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass bestimmte Blutproteine bereits viele Jahre vor einer Prostatakrebsdiagnose ein erhöhtes Erkrankungsrisiko anzeigen können. »Obwohl noch Arbeit zu tun ist, könnten solche Entdeckungen den Weg für bessere Möglichkeiten ebnen, gefährdete Männer zu identifizieren und letztlich aggressiven Prostatakrebs zu verhindern, bevor er sich entwickelt«, sagt Dr. Iain Foulkes, der Geschäftsführer für Forschung und Innovation bei der Organisation Cancer Research UK in der Mitteilung.

In zukünftigen Studien soll untersucht werden, ob die gezeigten Ergebnisse zur besseren Vorhersage und Prävention von Prostatakrebs beitragen können.

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