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Apothekenproteste in München
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»Fixum anpassen jetzt!«

Heute gehen die Apothekenteams auf die Straße: Damit die im Koalitionsvertrag verankerte Honoraranpassung endlich umgesetzt wird, machen die Teams mit Kundgebungen und Apothekenschließungen Druck. In München fordert Hans-Peter Hubmann, Vorsitzender des Bayerischen Apothekerverbands (BAV), die sofortige Honorarerhöhung.
AutorKontaktCornelia Dölger
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 23.03.2026  12:58 Uhr

»Erhöhung ist essenziell«

Zur umstrittenen PTA-Vertretungsbefugnis sagt Armin Parsa aus Würzburg: »Ich bin allein aus Würzburg zum Apothekenprotest gekommen, weil ich mit der Situation nicht einverstanden bin. Wir werden politisch nicht ausreichend geschätzt und nicht gerecht bezahlt für unsere Leistung. Zur Vertretungsbefugnis für PTA: das hat Vor- und Nachteile. Ich weiß nicht, ob ich als PTA der Aufgabe gewachsen wäre.«

Monika Göbel, Inhaberin der Canisius-Apotheke in Ingolstadt, sagt, dass sie heute die Apotheke komplett geschlossen habe, das Team sei zu zehnt nach München gefahren. »Es ist so wichtig, dass wir protestieren. Ich bin enttäuscht, dass die Honorarerhöhung noch nicht da ist. Sie ist versprochen, aber noch nicht in trockenen Tüchern. Die Erhöhung ist essenziell für meine Apotheke

Daniel Pohl, angestellter Apotheker in der Canisius-Apotheke, Ingolstadt, ergänzt: »Die Gesundheitsfürsorge wird immer nötig sein, aber die Apotheken werden zurückgelassen. Ich habe jugendlichen Optimismus: Wir sind hier und wollen ein positives Signal setzen und protestieren. Die Politik muss besser auf unseren Berufsstand schauen! Deshalb habe ich auch das Plakat dabei: Wir sichern Eure Versorgung! Wer sichert unsere Zukunft?«

Unterstützung aus der Politik

Schon vorab hatte die Politik in Bund und Ländern Unterstützung signalisiert. Etwa betonte Unions-Apothekenberichterstatter Stephan Pilsinger (CSU) gegenüber der PZ, dass die Honoraranpassung überfällig sei und das Bundesgesundheitsministerium (BMG) auch ihm gegenüber zugesagt habe, dass die 9,50 Euro bald per Verordnung kommen sollen.

Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) ließ heute wissen, sie halte es für richtig, dass die zunächst zurückgestellte Erhöhung jetzt kommen soll. Die Apotheken müssten rasch durch den Bund gestärkt werden, damit sie ihren Versorgungsauftrag erfüllen könnten. Eine angemessene Vergütung sei »der wichtigste Hebel«, um das Apothekensterben zu stoppen. Bayern halte zudem am Grundsatz »Keine Apotheke ohne Apothekerin oder Apotheker« fest, so Gerlach in einer Videobotschaft; die vom BMG weiter vorgesehene Erprobung einer PTA-Vertretungsbefugnis werde das Personalproblem nicht lösen. 

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