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Abwehrfunktion

Fieber nicht voreilig senken

Bei welchen weiteren Symptomen sollte man zum Arzt?

Bei welchen weiteren Symptomen sollte man zum Arzt?

Bei heftiger Begleitsymptomatik, Temperaturen über 39,5 Grad Celsius beziehungsweise Fieber, das länger als zwei bis drei Tage anhält, sei unbedingt ein Arzt hinzuzuziehen. Dabei sei insbesondere bei Kindern nicht die Höhe des Fiebers, sondern ihr Allgemeinzustand für den Arztbesuch ausschlaggebend. Unter anderem Trinkverweigerung, Durchfall, Erbrechen, Teilnahmelosigkeit, Hautausschlag, starke Blässe, Kurzatmigkeit, eine vorgewölbte Fontanelle und ein steifer Nacken, gegebenenfalls auch anhaltender Husten, der auf einen Pseudokrupp hinweisen könne, seien Alarmsignale, die zu sofortigem Handeln zwingen. 

Empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin zur Fiebersenkung bei Kindern unter 12 Jahren entweder Paracetamol oder Ibuprofen, so sei zu bedenken, dass Antipyretika prophylaktisch bei Fieber gegeben nicht das Risiko eines Fieberkrampfes reduzieren. Hier sei, insbesondere beim ersten Mal, unbedingt der Notarzt zu rufen – dieses nicht zuletzt, um Hirnhautentzündungen, Tumore oder epileptische Anfälle auszuschließen.

Zur Beruhigung von Müttern und Vätern fiebernder Kinder könne es im Beratungsgespräch in der Apotheke allerdings angezeigt sein, diese darauf hinzuweisen, dass Kleinkinder häufig krank sind und leicht fiebern. Ob Erkältungen oder Harnwegsentzündungen: »Acht bis zehn kleine Infekte pro Jahr sind normal«. Und: »Kinder stecken Fieber relativ schnell weg«, sagte die Referentin. »Das Immunsystem lernt und kann sich entfalten, wenn man es lässt«, so Staufenbiel mit Verweis auf die Warnung führender Pädiater, dass fiebersenkende Mittel generell eindeutig zu oft und zu früh eingesetzt werden.

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