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Jo-Jo-Effekt
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Fettgewebe entwickelt Gedächtnis für Adipositas

Eine der größten Herausforderungen bei der Adipositastherapie beginnt häufig erst nach der Gewichtsabnahme. Denn viele Betroffene nehmen schnell wieder zu. Grund ist der bekannte Jo-Jo-Effekt. Diesem scheint mechanistisch eine Art metabolisches Gedächtnis des Fettgewebes zugrunde zu liegen, wie neue präklinische Daten nahelegen. Diese erklären auch, warum eine adipöse Mutter die Adipositasanfälligkeit ihrer Nachkommen erhöht.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 01.10.2026  09:00 Uhr

Effekt über Generationsgrenzen hinweg

Noch bemerkenswerter ist der zweite Teil der Arbeit. Hier fanden die Forschenden Hinweise darauf, dass derselbe Mechanismus auch über die Generationengrenze hinweg wirken kann. Eine erhöhte TGF-β1-Exposition während der Schwangerschaft programmierte das Fettgewebe der Nachkommen so, dass FBN1 dauerhaft stärker exprimiert wurde. Die Tiere wiesen erhöhte Asprosinspiegel auf und entwickelten unter energiereicher Ernährung leichter eine Adipositas.

Genetische oder pharmakologische Eingriffe in die FBN1-Asprosin-PTPRD-Achse verhinderten sowohl die verstärkte Gewichtszunahme nach vorheriger Adipositas als auch die erhöhte Adipositasanfälligkeit der Nachkommen.

Adipositas scheint also erhöhte TGF-β1-Spiegel und diese eine epigenetisch stabilisierte FBN1-Expression zu verursachen. Das führt wiederum zu dauerhaft erhöhten Asprosinspiegeln und einer gesteigerten Nahrungsaufnahme, was wiederum die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Gewichtszunahme erhöht.

Bedeutung für den Menschen noch unklar

Für die klinische Praxis sind die Ergebnisse zunächst vor allem mechanistisch interessant. Die Experimente wurden überwiegend an Zellkulturen und Mausmodellen durchgeführt. Daraus lässt sich noch nicht ableiten, dass die TGF-β1-Asprosin-Achse auch beim Menschen in gleichem Ausmaß für den Jo-Jo-Effekt verantwortlich ist.

Allerdings liefert die Arbeit eine plausible biologische Erklärung dafür, weshalb es so schwierig sein kann, ein reduziertes Körpergewicht beizubehalten. Pharmakologisch besonders spannend ist die Asprosin-PTPRD-Achse. Dass eine Blockade dieses Signalwegs im Tiermodell die Auswirkungen des metabolischen Gedächtnisses verhindern konnte, macht Asprosin beziehungsweise seinen orexigenen Rezeptor PTPRD zu potenziellen Angriffspunkten für zukünftige Arzneimittel.

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