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ECDC-Direktorin
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Europa muss sich auf neue Gesundheitskrisen vorbereiten

Vor dem Europäischen Parlament warnte ECDC-Direktorin Pamela Rendi-Wagner vor den Folgen der aktuellen Ebola- und Hantavirus-Ausbrüche, zunehmenden Klimarisiken und der wachsenden Bedrohung durch antimikrobielle Resistenzen.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 04.06.2026  17:30 Uhr
Europa muss sich auf neue Gesundheitskrisen vorbereiten

Europas Gesundheitsschutzsystem werde derzeit »in Echtzeit auf die Probe gestellt«: Das sagte die Direktorin des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC), Pamela Rendi-Wagner, am Mittwoch vor dem Ausschuss für öffentliche Gesundheit (SANT) des Europäischen Parlaments in Brüssel.

Als Beispiele nannte sie den Ebola-Ausbruch in Zentralafrika sowie den Hantavirus-Ausbruch an Bord des Kreuzfahrtschiffs »MV Hondius«. Beide Ereignisse hätten gezeigt, wie wichtig die nach der Covid-19-Pandemie geschaffenen Instrumente der Europäischen Gesundheitsunion seien. Dazu zählen insbesondere die »EU Health Task Force« (EUHTF) und die European Union Reference Laboratories (EURLs), die eine schnellere Diagnostik, Koordination und Reaktion ermöglichen würden.

Ebola-Risiko in Europa derzeit gering

Zum Ebola-Ausbruch erklärte Rendi-Wagner, dass das Risiko für die allgemeine Bevölkerung in Europa derzeit zwar gering sei, die Situation aber dennoch große Aufmerksamkeit erfordere. Besondere Sorgen bereiten ihr die instabile Lage in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda, das Fehlen eines zugelassenen Impfstoffs gegen den beteiligten Virusstamm sowie Schwierigkeiten bei Überwachung, Diagnostik und Kontaktverfolgung. Deshalb müsse Europa die Ausbruchsbekämpfung vor Ort unterstützen, die Vorbereitung der Mitgliedstaaten stärken und sicherstellen, dass Reisende aus betroffenen Gebieten angemessen informiert werden.

Rendi-Wagner betonte, dass das ECDC derzeit aktiv auf den Ebola-Ausbruch in Afrika sowie den Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff reagiert, indem es schnelle Risikobewertungen erstelle, Expertenteams entsende und die Mitgliedstaaten mit fachlichen Empfehlungen und Koordination unterstütze. Ziel sei es, Ausbrüche frühzeitig zu erkennen, einzudämmen und eine Ausbreitung nach Europa zu verhindern.

Erst am Montag forderte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine bessere Koordination zwischen allen Gesundheitsakteuren in Bezug auf den Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo.

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