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Spaß trotz Abstandsregeln

Ersti-Woche in Braunschweig

Neue Stadt, neue Leute, neue Situation – und das meist ganz allein. Mit diesem Gefühl beginnen dieses Jahr viele Erstsemester ihr Studium. Um Studienanfängern dennoch einen optimalen Start zu ermöglichen, veranstaltete die Fachgruppe Pharmazie an der Technischen Universität (TU) Braunschweig eine Orientierungswoche der anderen Art.
Judith Ott
23.11.2020  07:00 Uhr

Der Start des Pharmaziestudiums ist für Erstsemester eine ganz besondere und aufregende Angelegenheit. Doch in diesem Jahr stellt die Coronavirus-Pandemie die Studienanfänger neben den allgemeinen Startschwierigkeiten vor zusätzliche Herausforderungen. Denn in Zeiten von Online-Studium ist es nur sehr schwer möglich, soziale Kontakte zu knüpfen und Freunde zu finden.

So kommt es, dass viele Studienstarter alleine vor ihrem Laptop sitzen, sich ihre erste Vorlesung anhören und denken: »Mit wem soll ich darüber sprechen, dass ich mich vollkommen überfordert fühle? Dass ich von dem, was vorgetragen wird, vielleicht noch nie etwas gehört habe? Und überhaupt, wie soll das denn hier eigentlich alles ablaufen?« In normalen Zeiten wäre spätestens beim ersten gemeinsamen Mittagessen klargeworden: »Oh, eigentlich geht es allen so, das ist ganz normal. Ich bin nicht allein!«

Normalerweise finden in Braunschweig zu Semesterbeginn Orientierungswochen mit Infoveranstaltungen, Rallyes und einer großen Kneipentour statt. So sollen sich die Erstsemester untereinander und die neue Umgebung in entspannter Atmosphäre kennenlernen. Um das auch in diesem Jahr zu ermöglichen, organisierte die Fachgruppe Pharmazie an der Universität Braunschweig ein Alternativprogramm.

Eine einführende Online-Veranstaltung informierte über wichtige Themen rund um das Pharmaziestudium sowie über den Aufbau und Ablauf des ersten Semesters. Studierende höherer Semester gaben Tipps zu den Fächern und Laboren und erzählten Anekdoten aus ihrem ersten Semester. Um auch nach der Veranstaltung weiterhin Ansprechpartner zu haben, wurden neun Gruppen mit je acht Erstsemester-Studierenden und zwei Mentoren eingeteilt.

Rund um den Campus

In diesen Gruppen fand am zweiten Tag der Orientierungswoche eine Campus-Rallye als Präsenzveranstaltung statt. Denn das Kennenlernen des Campus mit allen wichtigen Anlaufstellen lässt sich nicht durch eine Online-Veranstaltung ersetzen. Doch in diesem Jahr erkundeten die Studienanfänger – anders als unter Normalbedingungen – mit Maske, 1,5 Metern Abstand und unter Einhaltung des Hygienekonzepts das Universitätsgelände. Dies fiel auch Reportern des NDR auf, die Eindrücke und Stimmen auf dem Campus sammelten und prompt mit den Pharmaziestudierenden ins Gespräch kamen. Erstsemester-Studentin Anneliese Mohr lobte das Engagement der höheren Semester im Radiointerview: »Das ist ein wichtiger Beitrag, um sich kennenzulernen!«

Vom Pharmaziecampus mit Mensa und Arzneipflanzengarten ging es zum Hauptcampus mit Bibliothek und Immatrikulationsamt. Mit kleinen Spielen wurden die Studierenden auf das Studium vorbereitet: Kann man innerhalb von drei Minuten das Periodensystem auswendig lernen? Im Team: kein Problem. Den Abschluss der Orientierungswoche bildete ein Online-Cocktailabend. In neu gemischten Kleingruppen, je nach Cocktailpräferenz, wurden über das Internet gemeinsam Getränke gemixt und Spiele gespielt. Wer hat die schönste Tasse, gibt seiner Pflanze den kreativsten Namen oder kann zu einem Fehlkauf die lustigste Geschichte erzählen?

In der Orientierungswoche sollen sich die neuen Erstsemester in der Stadt und in der Uni einfinden, Kontakte knüpfen und dabei vor allem Spaß haben. Freundschaften, die man dort knüpft, halten meist das ganze Studium und darüber hinaus. Das scheint auch dieses Mal funktioniert zu haben. Für die Erstsemester-Kommilitonin, die aufgrund der Pandemie-Beschränkungen zu ihrem Geburtstag nicht nach Hause fahren konnte, wurde sofort eine Geburtstagsüberraschung mit Kuchen organisiert. Das zeigt: Auch, wenn die Pharmaziestudierenden ihre Vorlesungen zu Hause vor dem Laptop hören müssen – sie werden nicht allein sein!

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