Pharmazeutische Zeitung online
Neue Minipille kommt

Erstes Drospirenon-Monopräparat in Deutschland

Das Gestagen Drospirenon ist in verschiedenen Kombinationspräparaten enthalten. Ende April wurde Slinda® in Deutschland zugelassen. Das erste Drospirenon-Monopräparat hierzulande ist eine weitere Minipille.
Sven Siebenand
05.05.2021  10:30 Uhr

Das von Spironolacton abgeleitete Drospirenon ist seit Jahren bekannt. In etlichen kombinierten oralen Kontrazeptiva ist es als Gestagen-Komponente enthalten. In Kombination mit Estradiol wird es auch zur Hormonersatztherapie eingesetzt. Ein Monopräparat mit Drospirenon gab es in Deutschland aber bislang nicht im Handel.

Wie das Unternehmen Exeltis mitteilt, werden Slinda® 4 mg Filmtabletten ab dem 15. Mai in Apotheken verfügbar sein – und damit eine neue Minipille. Die kontrazeptive Wirkung wird in erster Linie durch eine Ovulationshemmung erreicht.  Eine Erhöhung der Viskosität des Zervixschleims gehört zu den weiteren Wirkungen von Drospirenon. Zudem wirkt sich das Gestagen auf das Endometrium aus, welches dadurch dünner wird. 

Das 24/4-Einnahmeschema sieht jeweils eine Filmtablette täglich an 28 aufeinanderfolgenden Tagen vor. Die Anwenderin nimmt eine weiße, wirkstoffhaltige Filmtablette täglich während der ersten 24 Tage und eine grüne, wirkstofffreie Filmtablette täglich während der folgenden vier Tage ein. Die Filmtabletten müssen jeden Tag etwa zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden.

Die Analyse von zwei Studien in Europa ergab einen Pearl-Index (primärer Endpunkt) von 0,73. Über das gesamte klinische Entwicklungsprogramm hinweg (> 20.000 Zyklen) trat unter Slinda kein einziger Fall einer venösen Thromboembolie oder eines arteriellen Gefäßverschlusses auf. Häufig beobachtete Nebenwirkungen waren zum Beispiel Blutungsunregelmäßigkeiten, Akne sowie Kopf- und Brustschmerzen.

Mehr von Avoxa