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Erdnussallergie

Erste orale Immuntherapie in Europa zugelassen

Seit Kurzem ist die erste spezifische Immuntherapie gegen eine Nahrungsmittelallergie, nämlich die Erdnussallergie, in Europa zugelassen. Das Medikament Palforzia® enthält entfettetes Erdnusspulver.
Brigitte M. Gensthaler
05.01.2021  15:30 Uhr

Mit der Zulassung am 17. Dezember folgte die Europäische Kommission der Empfehlung des Humanarzneimittelausschusses. Zulassungsinhaber ist Aimmune, eine Tochter der Nestlé-Pharmasparte Nestlé Health Science. In den USA ist das Präparat Palforzia zur Behandlung von Erdnussallergien seit Februar 2020 zugelassen

Das Immuntherapeutikum ist indiziert zur oralen Immuntherapie (OIT) bei Kindern und Jugendlichen im Alter von vier bis 17 Jahren mit diagnostisch bestätigter Erdnussallergie. Die OIT kann fortgesetzt werden, wenn die Patienten unter der Behandlung 18 Jahre alt werden. Wichtig: Die Allergiker müssen weiterhin eine strikt erdnussfreie Diät einhalten. Die Kapseln enthalten entfettetes Erdnusspulver (Arachis hypogaea L., semen) und werden in sechs Dosisstufen auf den Markt gebracht: beginnend von 0,5 mg bis zu 300 mg Erdnussprotein. Damit ist eine schrittweise Dosissteigerung möglich, um das Immunsystem langsam an das Allergen zu gewöhnen.

Die Behandlung erfolgt in drei Phasen: initiale Aufdosierung, Dosissteigerung und Erhaltung. Die initiale Aufdosierung (bis auf 6 mg) erfolgt an einem Tag in einer Klinik, die potenziell schwere allergische Reaktionen einschließlich Anaphylaxie behandeln kann. Die Erhaltungsdosis beträgt 300 mg Erdnussprotein täglich. Dabei schluckt der Patient keineswegs die Kapsel. Vielmehr wird der gesamte Kapselinhalt auf einige Löffel halbfester Nahrung, zum Beispiel Fruchtmus, Joghurt oder Milchreis, entleert und damit gut vermischt. Flüssigkeiten dürfen nicht verwendet werden, ebenso wird die Kapselhülle nicht eingenommen.

Da die Patienten auf die Einnahme mit allergischen Reaktionen bis hin zur Anaphylaxie reagieren können, müssen sie jederzeit Adrenalin zur Selbstinjektion mit sich führen. Auch Eltern und Betreuende müssen in der Anwendung des Autoinjektors geschult sein.

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