Pharmazeutische Zeitung online
EU-Zulassungsempfehlung

Erste langwirksame injizierbare HIV-Therapie

Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA befürwortet die Marktzulassung der HIV-Präparate Rekambys® und Vocabria®. Beide Medikamente werden monatlich oder alle zwei Monate intramuskulär injiziert. Zusammen bilden sie eine neue langwirksame antiretrovirale Therapie.
Sven Siebenand
19.10.2020  17:55 Uhr

Rekambys enthält den bereits bekannten nicht nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitor (NNRTI) Rilpivirin. Er stammt von der Firma Janssen, war bislang aber noch nicht als langwirksame Formulierung verfügbar. Inhaltsstoff des Medikaments Vocabria von ViiV Healthcare ist der neue HIV-Integrasehmmer Cabotegravir.

Die Kombination der beiden Präparate ist zur Erhaltungstherapie von Erwachsenen vorgesehen, die mit ihrer derzeitigen antiretroviralen Behandlung nicht nachweisbare HIV-Spiegel im Blut (Viruslast weniger als 50 Kopien/ml) aufweisen und bei denen das Virus nicht gegen NNRTI oder Integrase-Hemmer resistent ist. Beide Arzneistoffe stehen in einer lang wirkenden injizierbaren Formulierung zur Verfügung. Das bedeutet, dass HIV-1-infizierte Patienten anstelle einer täglichen Einnahme monatlich oder alle zwei Monate intramuskuläre Injektionen erhalten können.

Die häufigsten Nebenwirkungen, die in Studien mit dem injizierbaren Therapieregime beobachtet wurden, umfassen Reaktionen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen, Pyrexie, Übelkeit, Müdigkeit, Asthenie, Myalgie und Schwindel.

Mehr von Avoxa