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Schluckbeschwerden

Erstattungsfähige Amoxiclav-Alternative zu Tabletten

Nicht nur Kinder haben ein Problem damit, große Tabletten zu schlucken. Für Patienten ab 40 Kilogramm ist seit Dezember erstmals ein entsprechend dosiertes Amoxicillin/Clavulansäure-Präparat als einzeldosiertes Pulver zur Herstellung einer Suspension verfügbar. Es unterliegt laut Hersteller Elpen keiner Festbetragsregelung.
Daniela Hüttemann
12.01.2021  15:00 Uhr

Antibiotika-Säfte beziehungsweise fachlich ausgedrückt Pulver zur Herstellung einer Suspension gibt es für Kinder reichlich. In Bezug auf Amoxicillin plus Clavulansäure enthalten die Kombinationen in der Regel 125/31,25 mg oder 250/62,5 mg des Aminopenicillins und des Betalaktamase-Inhibitors, also im Verhältnis 4:1. Mitunter verordnet der Arzt aber bis zu 875/125 mg als Einzeldosis, also im Verhältnis 7:1. 

Doch auch ältere Patienten haben durchaus Probleme, die höher dosierten und in der Folge meist voluminösen Antibiotika-Tabletten zu schlucken. Nun hat das griechische familiengeführte Pharmaunternehmen Elpen eine neue Darreichungsform in der 7:1-Dosierung in Deutschland auf den Markt gebracht: »Das einzeldosierte Amoxiclav-Elpen 875 mg/125 mg Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (PSE) unterliegt keiner Verordnungseinschränkung, wie es für Saftzubereitungen bei Erwachsenen der Fall ist«, teilt die Firma mit. Indiziert ist es zur Behandlung bestimmter Infektionen bei Erwachsenen und Kindern ab einem Körpergewicht von 40 Kilogramm, zum Beispiel bei bakterieller Sinusitis, Mittelohrentzündung oder Infekten der Harnwege und Harnblase.

Den Inhalt eines Beutels gibt der Patient in ein Glas Wasser, rührt gut um und trinkt es sofort, am besten gemeinsam mit einer Mahlzeit. Die Dosis beträgt je nach Infektion zwei bis drei Beutel täglich.

Anders als bei den Saftzubereitungen für Kinder sei bei einer ärztlichen Verordnung für Erwachsene keine Begründung in der Patientenakte erforderlich. »Unser Darreichungsform PSE ist vom Gemeinsamen Bundesausschuss im Dezember 2020 beschieden worden, dass sie von den Gremien nicht den Saftzubereitungen zugeordnet wird«, teilte ein Sprecher gegenüber der Pharmazeutischen Zeitung mit.

Ist das Präparat auf Rezept verordnet, sei es nicht austauschbar gegen Tabletten oder Filmtabletten. Es unterliege keiner Festbetragsregelung. Damit fallen für den Patienten keine Mehrkosten an. Es sei ohne Begründung zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung erstattungsfähig. Der Verkaufspreis entspreche dem Festbetrag der Wirkstoffkombination Amoxicillin/Clavulansäure in der Darreichungsform Filmtabletten/Tabletten. Eine Abgabehilfe für Apotheker stellt Elpen auf dem Deutschen Apothekenportal bereit.

Das Unternehmen weist des Weiteren daraufhin, dass sowohl die Produktion beider Wirkstoffe als auch die Herstellung des Fertigarzneimittels innerhalb der Europäischen Union (Italien, Spanien und Griechenland) stattfinde.

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