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Morbus Crohn
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Entzündung stoppen, Remission erhalten

In der Therapie des Morbus Crohn wurden in den letzten Jahren große Erfolge erzielt, vor allem durch neue Wirkstoffe wie monoklonale Antikörper und JAK-Inhibitoren. Bei einigen Patienten scheint sogar eine Heilung möglich. Was empfehlen aktuelle Leitlinien zur Induktions- und Erhaltungstherapie?
AutorKontaktElke Roeb
Datum 23.05.2021  08:00 Uhr

Klinische Zeichen und Diagnostik

Durchfälle, Bauchschmerzen und Krämpfe sind die wesentlichen klinischen Symptome und treten schubweise auf. Typischerweise kommt es bei der Crohn-bedingten Diarrhö zu Zeichen der Entzündung (»entzündliche/inflammatorische Diarrhö«) mit erhöhten Serum- und/oder Stuhlmarkern wie Calprotectin. Hierbei lassen sich erhöhte CRP-Werte (C-reaktives Protein) im Blut als Maß der entzündlichen Aktivität messen. In fortgeschrittenen Fällen und bei Dünndarmbeteiligung kann es zum Subileus oder Ileus (Darmverschluss) kommen.

Daneben spielen malresorptive Beschwerden bei Dünndarmbefall und spezifische Transportstörungen des Dickdarms eine Rolle. Beim Gallensäureverlustsyndrom (Befall des terminalen Ileums) und bei Superinfektionen kann gelegentlich ein sekretorischer Durchfall hinzukommen, die chologene Diarrhö.

Die typischen Symptome, mögliche extraintestinale Befallsmuster (Tabelle 1) sowie fäkale Entzündungsmarker (Calprotectin, sehr sensitiv, wenig spezifisch) können einen Morbus Crohn oder andere Erkrankungen des Darmepithels anzeigen. Die Erstdiagnostik umfasst leitliniengerecht eine Endoskopie mit Biopsie-Entnahme und histologischer Aufarbeitung (Abbildung) sowie gegebenenfalls mit immunhistochemischen Spezialuntersuchungen oder Elektronenmikroskopie. Weiterhin sind eine bildgebende Untersuchung des restlichen Dünndarms, zum Beispiel mittels MRT Sellink oder Kapselendoskopie, angezeigt. Eine hochauflösende Sonografie erfolgt in der Regel zusätzlich und ist in der langfristigen Beurteilung von Darmwand und Verteilungsmuster unerlässlich, sollte initial jedoch durch ein schichtbildgebendes Verfahren ergänzt werden.

Der Crohn’s Disease Activity Index (CDAI) ist ein klinischer Score aus acht Faktoren, mit dem die Aktivität des MC eingeschätzt werden kann (https://qxmd.com/calculate/calculator_337/crohn-s-disease-activity-index-cdai).

Organ Erkrankung
Leber Verfettung, chronische Leberentzündung, Gelbsucht, Leberzirrhose, Abszess in der Leber, Protein-Ablagerungen in verschiedenen Organen (Amyloidose), Granulomatose
Gallenblase und Gallenwege Gallensteine, Entzündung der Gallengänge, Gallenblasen- oder Gallenwegskarzinom
Haut, Schleimhaut Hautveränderungen durch Zinkmangel, bräunliche Knoten an den Unterschenkeln, schmerzhafte Geschwüre auf Haut und Mundschleimhaut
Gelenke Gelenkentzündung und -schmerzen, Ankylosierende Spondylitis (Morbus Bechterew)
Finger Trommelschlegelfinger, weißliche Verfärbungen auf den Nägeln
Blut, Blutgefäße Anämie, Thrombose, Entzündung der Blutgefäße
Augen Entzündung aller Augenhäute
Lunge fibrotischer Umbau in den kleinen Lungenbläschen
Herz Perikarditis
Nieren Nierensteine, Amyloidose
Hormonsystem Hyperthyreose
Tabelle 1: Extraintestinale Komplikationen bei Morbus Crohn

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