Im Politico-Podcast nennt Florian Reuther, Geschäftsführer des PKV-Verbands, den vorgeschlagenen Ausgleich zwischen gesetzlicher und privater Pflegeversicherung einen »Griff in die Tasche der Privatversicherten«. Das »Sparschwein der Privatversicherten« dürfe nicht »geschlachtet werden«, um die Finanzprobleme der Pflegeversicherung zu lösen.
Der Deutsche Pflegerat (DPR) hat die schwarz-rote Koalition aufgefordert, die bisherigen Pläne für eine Pflegereform umfassend zu überarbeiten. »Besonders kritisch sind die höheren Hürden beim Zugang zu Pflegegraden und die geplante Streichung des Entlastungsbetrags bei Pflegegrad 1«, sagte Verbandspräsidentin Christine Vogler dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. »Pflegebedarf verschwindet dadurch nicht«, so Vogler.
Für die beruflich Pflegenden wären zudem die bisher vorgesehene mehrjährige Aussetzung der Tariftreue und eine Begrenzung der Finanzierung künftiger Lohnsteigerungen besonders folgenreich. »Wir brauchen Pflegefachpersonen, die im Beruf bleiben. Wer Tariftreue und die Finanzierung der Personalkosten schwächt, gefährdet die Versorgung«, sagte Vogler.
Sie forderte zudem, nicht nur die Rentenbeiträge für pflegende Angehörige aus Steuermitteln zu finanzieren, sondern auch die Ausbildungskosten. Hierbei handele es sich ebenfalls um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, deren Kosten nicht bei pflegebedürftigen Menschen landen dürften. Zudem müssten die Länder ihrer Verantwortung für die Investitionskosten nachkommen.