Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Beratung in Coronazeiten
-
Eine neue Normalität

Die Coronapandemie prägt seit Monaten die tägliche Arbeit in der Offizin. Wie der Beratungsablauf diesbezüglich adaptiert und Fragen nach Covid-19 qualitätgesichert implementiert werden sollten, erklärte Apotheker Dr. Christian Ude gestern beim Pharmacon@home.
AutorKontaktKerstin A. Gräfe
Datum 22.01.2021  15:00 Uhr

Der Apotheker als Lotse

Häufig fragten Kunden auch nach präventiven Maßnahmen und nach Mitteln zur Stärkung des Immunsystems. »Das Apothekenteam hat dem Patienten gegenüber in diesem Kontext eine wichtige Lotsenfunktion«, betonte Ude. Derzeit kursierten Berichte über Vitamin D und dessen angebliche Wirksamkeit als Prophylaktikum. Bislang gebe es dafür zwar keine Evidenz, aber unabhängig von der Pandemie liege in der Regel eine Unterversorgung vor. Daher solle die derzeitige Situation genutzt werden: »Empfehlen Sie eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung«, sagte Ude.

Stand heute könnten keine evidenzbasierten Empfehlungen ausgesprochen werden, Phytopharmaka präventiv zur Senkung des Infektionsrisikos einzusetzen. »Aber ich will nicht ausschließen, dass es hier wertvolle Ansätze geben wird«, so Ude. Für den Einsatz von Spermidin oder Niclosamid sprächen bislang nur In-vitro-Daten. Hingegen könne durch den Einsatz von desinfizierenden Mundspülungen die Viruslast vor allem auf den Schleimhäuten gesenkt werden. Nahrungsergänzungsmittel seien im Kontext mit Covid-19 ungeeignet und aus Sicht der evidenzbasierten Medizin gänzlich abzulehnen.

Mehr von Avoxa