| Paulina Kamm |
| 12.10.2026 11:35 Uhr |
Viktor Liashko, Gesundheitsminister der Ukraine, betonte, er sei heute hier, um Erfahrungen und Einsichten aus der Ukraine zu teilen. Bei Besuchen von Gesundheitseinrichtungen in seinem Land stellten die Menschen immer wieder dieselbe Frage: »Wie haben wir das verdient?« Er ziehe den Hut vor den Gesundheitsfachkräften, die diese emotionale Last täglich ertragen. Am Ende sei ein Gesundheitssystem nur so resilient wie die Menschen, die darin arbeiten, sagt der ukrainische Minister.
»Wenn ich Ihnen eine ministerielle Entscheidung sage, die Ihnen ermöglichen würde, dass das Gesundheitssystem resilienter wird, würde ich etwas Falsches sagen. Die gibt es nicht«, so Liashko. Der Wille, niemals aufzugeben, stecke in jeder Ukrainerin und jedem Ukrainer.
Viktor Liashko: Die Mitarbeiter im Gesundheitswesen müssten jeden Tag Dinge tun, »auf die sie das Leben nie vorbereitet hat«. / © PZ / Paulina Kamm
Inzwischen werde der Pharmasektor immer häufiger Ziel der russischen Angriffe – darunter auch Medikamentenlagerhäuser. In Zeiten des Krieges haben ukrainische Gesundheitskräfte Erfahrungen gesammelt, wodurch sie unfreiwillig Expertinnen und Experten geworden seien. Dies sei einer der Vorteile der Krise, denn diese Erfahrungen möchten sie mit der Welt teilen. »Dank Ihrer Unterstützung sammeln wir nicht nur Erfahrungen, die anderen Ländern glücklicherweise verwehrt bleiben, sondern wir müssen uns auch darauf vorbereiten, dass jedes Land bereit ist. Zögern Sie daher bitte nicht. Nehmen Sie Kontakt zu ukrainischen Gesundheitsfachkräften und dem ukrainischen Gesundheitssystem auf.«
Abschließend richtete Liashko das Wort an Politikerinnen und Politiker: »Ich spreche zu den Führenden dieser Welt. Ihre Macht und Ihr Einfluss sind sehr groß.«
Chikwe Ihekweazu, Geschäftsführer der WHO, berichtete von seinem kürzlich abgehaltenen Besuch in der Ukraine. Er habe zuvor nicht gewusst, was er erwarten solle, und könne sich bis heute nicht vorstellen, wie der Kriegsalltag, den er drei Tage erlebte, als Dauerzustand zu ertragen sei. Auch er habe einen Angriff auf ein pharmazeutisches Lagerhaus miterlebt. Insbesondere die dortigen Führungskompetenzen der Gesundheitsfachkräfte und deren Fähigkeit, sich an die Situation anzupassen, hätten ihn beeindruckt.