| Paulina Kamm |
| 12.10.2026 11:35 Uhr |
Man habe bereits aus der Corona-Pandemie viele Lehren für ein resilienteres System gezogen, sagte Florika Fink-Hooijer, Direktorin der HERA. Insbesondere auf eine nachhaltige, dezentralisierte Bevorratung – seien es medizinische Geräte oder auch ein ausgewogener Vorrat an Blutkonserven – achte man heute vermehrt. Krisen hätten des Weiteren gezeigt, wie wichtig internationale Partnerschaften und Solidarität seien. Aktuell sei das Ziel ihrer Arbeit, auf etwaige radioaktive Strahlenunfälle vorbereitet zu sein. »Niemand ist auf einen solchen Fall vorbereitet, aber wir können zumindest bestimmte Folgen abmildern, und genau das müssen wir anstreben«, so die Krisenexpertin.
An der Ukraine könne man zusätzlich sehen, wie essenziell eine funktionierende Produktionsinfrastruktur sei. Auch Fink-Hooijer lobte die Anpassungsfähigkeit und Flexibilität der Ukraine. Diese spiegle sich auch in den Lieferketten wider.
Georg Kippels (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium (BMG), griff die Empfehlungen von Fink-Hooijer zum Teil auf. Auch Deutschland arbeite momentan an einem Gesetz zur Gesundheitsvorsorge, einem speziellen Rechtsrahmen für die gesamte Gesundheitssicherheit. Kippels sprach sich für eine strategische Bevorratung, stabile Lieferketten und ausgewogene Notfallkapazitäten auf Bundes- und Länderebene aus. Hierbei sei auf ausreichend qualifiziertes Gesundheitspersonal und auf für den Krisenfall gesicherte Patientinnen- und Patiententransporte zu achten. »Wir müssen solide Rehabilitations- und Langzeitpflegekapazitäten gewährleisten, um die Wiederherstellung der Kampf-
fähigkeiten zu unterstützen«, so Kippels.
Das Thema Anpassungsfähigkeit spielte im Panel wiederkehrend eine große Rolle. Georg Kippels (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im BMG, machte allerdings auch auf Langzeitaspekte des Krisenmanagements aufmerksam. / © PZ / Paulina Kamm
Kippels sprach des Weiteren über die Tragweite von grenz- und sektorenübergreifenden Hilfestellungen. Ein Beispiel sei der 2021 etablierte EU-Zivilschutzmechanismus. Jedes Land der EU könne so eine Notdurchsage verfassen und Hilfe durch diesen Mechanismus erhalten. »In den vergangenen Jahren konnte Deutschland allein über 1900 schwer verletzte Patienten evakuieren und behandeln«, so Kippels. Der Ukraine komme man mit nicht militärischer Unterstützung in Höhe von 43 Billionen Euro zur Hilfe. Dazu gehöre die Bereitstellung von medizinischer Expertise und Ausrüstung.