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World Health Summit
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Ein Blick in die Ukraine

Was sind die Lehren, die aus dem Angriffskrieg in der Ukraine hinsichtlich eines resilienten Gesundheitswesens gezogen werden können? Dazu tauschten sich unter anderem Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU), sein Amtskollege in der Ukraine Viktor Liashko sowie weitere Expertinnen und Experten beim diesjährigen World Health Summit (WHS) am 11. Oktober in Berlin aus.
AutorKontaktPaulina Kamm
Datum 12.10.2026  11:35 Uhr

Resiliente Systeme

Man habe bereits aus der Corona-Pandemie viele Lehren für ein resilienteres System gezogen, sagte Florika Fink-Hooijer, Direktorin der HERA. Insbesondere auf eine nachhaltige, dezentralisierte Bevorratung – seien es medizinische Geräte oder auch ein ausgewogener Vorrat an Blutkonserven – achte man heute vermehrt. Krisen hätten des Weiteren gezeigt, wie wichtig internationale Partnerschaften und Solidarität seien. Aktuell sei das Ziel ihrer Arbeit, auf etwaige radioaktive Strahlenunfälle vorbereitet zu sein. »Niemand ist auf einen solchen Fall vorbereitet, aber wir können zumindest bestimmte Folgen abmildern, und genau das müssen wir anstreben«, so die Krisenexpertin.

An der Ukraine könne man zusätzlich sehen, wie essenziell eine funktionierende Produktionsinfrastruktur sei. Auch Fink-Hooijer lobte die Anpassungsfähigkeit und Flexibilität der Ukraine. Diese spiegle sich auch in den Lieferketten wider.

Wie bereitet sich Deutschland vor?

Georg Kippels (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium (BMG), griff die Empfehlungen von Fink-Hooijer zum Teil auf. Auch Deutschland arbeite momentan an einem Gesetz zur Gesundheitsvorsorge, einem speziellen Rechtsrahmen für die gesamte Gesundheitssicherheit. Kippels sprach sich für eine strategische Bevorratung, stabile Lieferketten und ausgewogene Notfallkapazitäten auf Bundes- und Länderebene aus. Hierbei sei auf ausreichend qualifiziertes Gesundheitspersonal und auf für den Krisenfall gesicherte Patientinnen- und Patiententransporte zu achten. »Wir müssen solide Rehabilitations- und Langzeitpflegekapazitäten gewährleisten, um die Wiederherstellung der Kampf-

fähigkeiten zu unterstützen«, so Kippels.

Kippels sprach des Weiteren über die Tragweite von grenz- und sektorenübergreifenden Hilfestellungen. Ein Beispiel sei der 2021 etablierte EU-Zivilschutzmechanismus. Jedes Land der EU könne so eine Notdurchsage verfassen und Hilfe durch diesen Mechanismus erhalten. »In den vergangenen Jahren konnte Deutschland allein über 1900 schwer verletzte Patienten evakuieren und behandeln«, so Kippels. Der Ukraine komme man mit nicht militärischer Unterstützung in Höhe von 43 Billionen Euro zur Hilfe. Dazu gehöre die Bereitstellung von medizinischer Expertise und Ausrüstung.

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