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World Health Summit
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Ein Blick in die Ukraine

Was sind die Lehren, die aus dem Angriffskrieg in der Ukraine hinsichtlich eines resilienten Gesundheitswesens gezogen werden können? Dazu tauschten sich unter anderem Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU), sein Amtskollege in der Ukraine Viktor Liashko sowie weitere Expertinnen und Experten beim diesjährigen World Health Summit (WHS) am 11. Oktober in Berlin aus.
AutorKontaktPaulina Kamm
Datum 12.10.2026  11:35 Uhr

Was macht ein krisensicheres Gesundheitswesen aus? Diese Frage ist, abgesehen vom übergreifenden Thema des diesjährigen World Health Summit, in den Köpfen und auf der Agenda vieler Politikerinnen und Politiker. Zum Thema »Resilience in Healthcare: Experiences from Ukraine and Other Crises Contexts« tauschten sich Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU), Viktor Liashko, Gesundheitsminister der Ukraine, Florika Fink-Hooijer, Direktorin der Health Emergency Preparedness and Response Authority (HERA), Georg Kippels (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär des Bundesgesundheitsministeriums (BMG), und Chikwe Ihekweazu, Geschäftsführer der World Health Organization (WHO), aus.

Linnemann zitierte zu Beginn die kürzlich getroffene Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU): »Deutschland steht fest an der Seite der Ukraine. Sie können auf uns zählen.« Es sei in seinen Augen kein Zufall, dass Gesundheitseinrichtungen in den letzten vier Jahren wiederholt Ziele von Angriffen geworden seien. »Die WHO hat seit 2022 über 3000 Angriffe in der Ukraine registriert«, erklärt der Minister.

Die Pläne der Bundesregierung

»Ein gutes Gesundheitssystem zeichnet sich nicht dadurch aus, dass es nie unter Druck gerät. Es zeichnet sich dadurch aus, dass es auch unter extremen Belastungen funktionsfähig bleibt«, sagt Linnemann. Denn eine Krise beginne in seinen Augen nicht erst, wenn Krankenhäuser überlastet sind oder Medikamente knapp werden. Deshalb seien Vorsichtsmaßnahmen für Linnemann unabdingbar. Dieses Ziel verfolge er mit dem Gesundheitssicherheitsstellungsgesetz (GESIG).

Für Linnemann seien deshalb fünf Punkte essenziell, um Deutschland auf eine Krise vorzubereiten: Erstens gelte es, die Verfügbarkeit von Ressourcen herzustellen. Der Krieg in der Ukraine habe gezeigt, wie abhängig die Globalisierung mache. »Deutschland bezieht beispielsweise zwei Drittel seiner benötigten Wirkstoffe aus nur zwei Ländern. Was geschieht, wenn diese Allianzen wegfallen?«, fragt der Minister in den Raum.

Zweitens müsse man Humanressourcen stärken. »Kein Gesundheitssystem kann widerstandsfähig sein, wenn die Menschen, die es am Laufen halten, ständig überlastet sind«, so Linnemann. Drittens müsse Deutschland systematisch aus Krisen lernen. Deutschland blicke hier bewundernd auf die Ukraine: »Lieber Viktor, ich bin tief beeindruckt von der unerschütterlichen Entschlossenheit der Ukraine und ihrer Fähigkeit, die Gesundheitsversorgung weiterhin zu gewährleisten«, sagt Linnemann zum ukrainischen Gesundheitsminister.

Viertens seien digitale Systeme essenziell zur Vermeidung von Krisen und zur Resilienz in Krisen, sagt Linnemann. Schneller Informationsaustausch, Telemedizin oder eine bessere Koordination über nationale Grenzen hinweg: Dies bringe ihn zu seinem fünften Punkt: Zusammenarbeit und Solidarität. »Gesundheitskrisen kennen keine Grenzen. Staaten, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft müssen ebenso zusammenarbeiten wie Krankenhäuser, Apotheken und Hilfsorganisationen«, schließt der Minister.

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