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DPhG-Jahrestagung

Ehrungen für Alt und Jung

Die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft (DPhG) hat im Rahmen ihrer Jahrestagung einige Ehrungen verliehen, sowohl an verdiente Mitglieder als auch an den forschenden Nachwuchs.
PZ/DPhG
09.09.2019
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So erhielten Dr. Sabine Bernschneider-Reif und Prof. Dr. Reinhard Neubert die Elsa-Ullmann-Medaille, die DPhG-Präsident Stefan Laufer vergangene Woche in Heidelberg überreichte. Mit dieser Auszeichnung werden Persönlichkeiten geehrt, die sich innerhalb und außerhalb der DPhG in besonderer Weise um die Weiterentwicklung des pharmazeutischen Berufsstands verdient gemacht haben.

Dr. Sabine Bernschneider-Reif ist die langjährige Leiterin des Firmenarchivs von Merck in Darmstadt, in dessen Ausstellungsräumen die diesjährige Doktorandentagung der DPhG stattgefunden hat. Sie ist seit vielen Jahren Mitglied im Präsidium der DPhG und vertritt dort die fördernden Mitglieder. 2014 hat sie sich anlässlich der DPhG-Jahrestagung in Frankfurt in außerordentlicher Weise für die Betreuung der Japanischen Delegation der Pharmazeutischen Gesellschaft Japans eingesetzt.

Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard Neubert wirkte bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2015 ganze 45 Jahre lang an der Martin-Luther-Universität Halle (MLU). Im Jahr 1992 erhielt er einen Ruf auf die Professur für Biopharmazie/Arzneiformenlehre am Fachbereich Pharmazie der MLU. Über viele Jahre war er Institutsdirektor, Dekan der Fakultät und Prorektor der Universität und hat in dieser Zeit das Profil der Pharmazie in Halle wesentlich mitgeprägt. Er betrieb sowohl Grundlagen- als auch angewandte Forschung. Für die DPhG habe sich Neubert sehr engagiert. Er war 20 Jahre lang bis 2014 Vorsitzender der FG Halle und Vorsitzender der Landesgruppe Sachsen-Anhalt. In dieser Zeit habe er sich intensiv um die Fort- und Weiterbildung im Fach Pharmazie engagiert.

Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung hatte Laufer bereits zu Beginn der Veranstaltung die hoch renommierte Carl-Mannich-Medaille an Professor Dr. Angelika Vollmar, Inhaberin des Lehrstuhls für Pharmazeutische Biologin an der LMU München, verliehen.

Auszeichnungen für Nachwuchswissenschaftler

Auch einige vielversprechende Nachwuchswissenschaftler erhielten Auszeichnungen. Mit dem Nachwuchspreis der DPhG-Stiftung (Horst-Böhme-Stiftung), dotiert mit 5.000 Euro, wurde in diesem Jahr Dr. Gregor Fuhrmann, Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland, ausgezeichnet. Sein Forschungsschwerpunkt liegt an der Schnittstelle zwischen dem gezielten Wirkstofftransport und der Biologie von Infektionen und Autoimmunerkrankungen. Er beschäftigte sich intensiv mit extrazellulären Vesikeln (EVs), einer Gruppe natürlicher Nanopartikel, die für den Informationstransfer zwischen Zellen und Bakterien verantwortlich sind, charakterisierte EVs als Zellkommunikatoren und kombinierte diese mit Biomaterialien, um damit besser Infektionen und Entzündungen zu diagnostizieren und zu therapieren. »Seine biologisch-pharmazeutischen Querschnittsthemen verbinden Pharmazie und Biologie mit Medizin und neuen Materialien«, begründet die DPhG die Ehrung.

Der Scheele-Preis (dotiert mit 750 Euro) für ausgezeichnete Promotionen wurde in diesem Jahr zweimal vergeben: An Dr. Stefanie Hagenow für ihre Dissertation »Histamine H3 receptor antagonists with multitargeting properties at GPCRs and enzymes« sowie ab Dr. Nicole Beißner für ihre Dissertation »In vitro drug absorption studies of the anterior eye - Improving validity and availability of a human corneal cell culture model«.

Professor Dr. Angelika Vollmar erhielt die Carl-Mannich-Medaille. / Foto: DPhG/Michael Stein
Dr. Sabine Bernschneider-Reif erhielt die Elsa-Ullmann-Medaille. / Foto: Merck/Timo Gruber
Auch Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard Neubert wurde mit der Elsa-Ullmann-Medaille ausgezeichnet. / Foto: DPhG/Michael Stein
Der Nachwuchspreis der DPhG-Stiftung (Horst-Böhme-Stiftung) ging an Dr. Gregor Fuhrmann. / Foto: DPhG/Michael Stein
Den Scheele-Preis erhielten Dr. Stefanie Hagenow (Mitte) und Dr. Nicole Beißner für ihre ausgezeichnete Promotionen. / Foto: DPhG/Michael Stein
Pascal Heitel bekam den Walter-Schunack-Preis für ausgezeichnete wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Medizinischen Chemie. / Foto: DPhG/Michael Stein

Mit dem Walter-Schunack-Preis (dotiert mit 750 Euro) für ausgezeichnete wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Medizinischen Chemie zeichnete die DPhG in diesem Jahr Pascal Heitel aus für seine Dissertation »Entwicklung antientzündlicher Liganden nukleärer Rezeptoren« aus.

Mit Lesmüller-Posterpreisen (dotiert mit jeweils 200 Euro), welche die DPhG und die Dr. August und Dr. Anni Lesmüller-Stiftung seit vielen Jahren gemeinsam verleihen, wurden ausgezeichnet: Fatima Marok (Klinische Pharmazie) für ihr Poster »Optimizing 5-fluorouracil chemotherapy with regard to DPD drug-gene interactions and circadian effects utilizing a physiologically-based pharmacokinetic (PBPK) modelling approach«, Zhigang Rao (Pharmakologie) für sein Poster »Vacuolar (H+)-ATPase critically regulates specialized pro-resolving mediator pathways in human M2 macrophages and resolution of inflammation«, Dr. Simone Moser (Pharmazeutische Biologie) für ihr Poster »Antioxidative Activities of Phylloxanthobilins, Abundant Natural Products Derived from Chlorophyll«, Maximilian Schmid (Pharmazeutische Technologie) für sein Poster »Anhydride-containing amphiphilic oligomers for nanoparticle stabilization and functionalization« und Constanze Schmies (Pharmazeutische/Medizinische Chemie) für ihr Poster »Design and synthesis of a radiotracer for ecto-5’-nucleotidase (CD73) – a novel target for the immunotherapy of cancer«.

 

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