Doc Morris steigt ins Schweizer Telemedizin-Geschäft ein. / © Doc Morris
Schon im Jahr 2020 übernahm Doc Morris den Telemedizin-Anbieter »Teleclinic« von der Schweizer Zur Rose Group. Der Deal sorgte für viel Unmut, da unter einem Firmendach gleichzeitig ärztliche Leistungen und der Versand von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln angeboten werden. Mehrfach mussten sich Gerichte mit dem Telemedizinanbieter befassen. Trotz der Kritik gingen mehrere Krankenkassen Kooperationen mit »Teleclinic« ein.
Jetzt expandiert die Doc-Morris-Tochter in die Schweiz. Wie der Versender am Mittwoch mitteilte, übernimmt er »Medi24«, einen Schweizer Telemedizin-Anbieter mit Sitz in Liebefeld. Mit dem Einstieg in den Schweizer Markt will »Teleclinic« einen ersten Schritt machen, um in weitere europäische Länder zu expandieren.
»Medi24« ist laut Doc Morris durch Partnerschaften eng mit den größten Schweizer Krankenkassen vernetzt. Das Unternehmen biete über 4,6 Millionen Versicherten einen vertraglich zugesicherten telemedizinischen Erstzugang. Dies entspreche rund 50 Prozent aller versicherten Personen in der Schweiz. »Teleclinic« und »Medi24« sollen künftig in ihren Heimatmärkten weiterhin eigenständig agieren, um dem jeweiligen nationalen Rechtsrahmen gerecht zu werden.
Nach Angaben des Versenders liegt der Kaufpreis (Enterprise Value) von »Medi24« im niedrigen zweistelligen CHF-Millionenbereich und wird durch eigene Mittel, Fremd- und Eigenkapital finanziert. Bezogen auf das Geschäftsjahr 2026 entspreche der Umsatzbeitrag von Medi24 annähernd einer Verdoppelung des erwarteten TeleClinic-Umsatzes. Der Vollzug der Transaktion wird für Dezember 2026 erwartet.
»Die Akquisition von Medi24 und die Zusammenführung mit der TeleClinic-Plattform passen perfekt in die Strategie von Doc Morris«, erklärt Doc-Morris-CEO Walter Hess. »Indem wir unsere Technologiekompetenz und Innovationskraft einbringen, weiten wir das Angebot digitaler Gesundheitsdienstleistungen zum Wohle der Patientinnen und Patienten in der Schweiz gezielt aus und erleichtern ihnen den Zugang zu einer einfachen Versorgung.«