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Reizbar und müde
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Die unsichtbaren Folgen des Schlaganfalls

Gedächtnisprobleme, Schwierigkeiten beim Planen, Erschöpfung: Viele Folgen eines Schlaganfalls sind von außen unsichtbar. Warum das Betroffene und ihre Liebsten herausfordert – und was Experten raten.
AutorKontaktdpa
Datum 05.05.2026  12:00 Uhr

Wer an typische Schlaganfall-Folgen denkt, dem fallen wahrscheinlich halbseitige Lähmungen ein, vielleicht auch Bewegungsstörungen. Es gibt aber noch viel mehr Folgen, auch solche, die für Außenstehende nicht sichtbar sind. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe nennt als Beispiele Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, Sprachstörungen, Planungsstörungen, Persönlichkeitsveränderungen wie Reizbarkeit oder Depression sowie schnelle Erschöpfung.

Wichtig – sowohl für Betroffene als auch für ihre Liebsten: »Das ist nicht einfach eine Frage von mangelnder Selbstdisziplin, sondern hat reale neurobiologische Ursachen«, sagt die Neuropsychologin Dr. Caroline Kuhn von der Universität des Saarlandes. Die Folgen eines Schlaganfalls hängen davon ab, welche Hirnregionen zeitweise nicht mehr durchblutet und somit von der Sauerstoffversorgung abgeschnitten waren.

Tipps für Angehörige

Viele Betroffene erleben, dass ihr Umfeld mit Unverständnis reagiert, weil diese neuropsychologischen Störungen nicht bekannt sind. Die Schlaganfall-Hilfe rät Angehörigen daher:

  • Beobachtungen sachlich schildern, anstatt zu bewerten. Kuhn zufolge sagt man also lieber »Mir fällt auf, dass du nach 15 Minuten müde wirst« statt »Reiß dich doch mal zusammen«
  • emotionale Veränderungen wie erhöhte Reizbarkeit nicht persönlich nehmen
  • generell: Geduld zeigen und Betroffene nicht überfordern

Was Betroffene selbst tun können

Dass Denken und Fühlen sich im Gegensatz zu vor dem Schlaganfall verändert haben, ist für Betroffene oft eine große Belastung. Aber es gibt Hoffnung, dass die neuropsychologischen Probleme sich abschwächen – selbst dann, wenn der Schlaganfall eine ganze Zeit zurückliegt. »Auch wenn es sich zu Beginn oft anders anfühlt: Vieles verbessert sich über Jahre hinweg, ohne dass Betroffene die Fortschritte sofort bemerken«, so Kuhn.

Um besser durch den Alltag zu kommen, rät die Deutsche Schlaganfall-Hilfe, neuropsychologische Behandlungen, Ergotherapie und Logopädie in Anspruch zu nehmen. Nützlich seien auch Hilfsmittel wie Checklisten oder die Erinnerungsfunktion des Handys. Wichtige Termine sollten direkt in den Kalender eingetragen werden, Aufgaben in kleinere Schritte unterteilt und nacheinander statt gleichzeitig erledigt werden. Nicht zuletzt sollten Betroffene ausreichend Pausen einlegen.

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