Ein Anti-PD1-Antikörper führt die Liste der voraussichtlich umsatzstärksten Arzneimittel des Jahres an. Ein starker Zuwachs wird für Präparate mit Tirzepatid erwartet. / © Getty Images/the_burtons
Die Top-Ten-Gruppe des Jahres 2026 ist im Vergleich zu 2025 unverändert, allerdings haben sich die Platzierungen innerhalb der Rangliste verschoben (siehe Tabelle). An der Spitze steht weiterhin – als eines von zwei Onkologika unter den Top Ten – der Anti-PD1-Antikörper Pembrolizumab (Keytruda®/Qlex®), für den ein Umsatz von 33,8 Milliarden US-Dollar (USD) erwartet wird. Davon entfallen 2,5 Milliarden USD auf das kürzlich eingeführte subkutane Präparat Qlex, mit dem sich Merck & Co. auch nach dem Auslaufen des Patents für das intravenöse Produkt Keytruda im Jahr 2028 Umsätze sichern will. Obwohl Keytruda in der Rangliste deutlich vor anderen Arzneimitteln liegt, wird sein Umsatz ohne Qlex laut Evaluate Pharma erstmals im Vergleich zum Vorjahr sinken.
Das zweite Onkologikum, der monoklonale Anti-CD38-Antikörper Daratumumab (Darzalex®), ist um zwei Plätze auf Rang 7 aufgestiegen. Bis zum Ende des Jahrzehnts wird er den Markt für die Behandlung des multiplen Myeloms dominieren, mit einem Umsatzzuwachs von fast 2 Milliarden USD.
| Platz | Arzneimittel | Unternehmen | Wirkmechanismus | Umsatzprognose* | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Keytruda®/Qlex®a | Merck & Co. | Anti-PD1 mAb | 33,8 | ||
| 2 | Mounjaro®b | Eli Lilly | dualer GLP-1-RA/GIP-RA | 25,8 | ||
| 3 | Skyrizi® | Abbvie | Anti-IL-23 mAb | 21,0 | ||
| 4 | Dupixent® | Sanofi | Anti-IL-4/IL-13 mAb | 19,8 | ||
| 5 | Zepbound®b | Eli Lilly | dualer GLP-1-RA/GIP-RA | 19,7 | ||
| 6 | Ozempic®c | Novo Nordisk | GLP-1-RA | 19,7 | ||
| 7 | Darzalex® | Johnson & Johnson | Anti-CD38 mAb | 16,1 | ||
| 8 | Wegovy®c | Novo Nordisk | GLP-1-RA | 15,4 | ||
| 9 | Biktarvy® | Gilead Sciences | HIV INSTI/NRTI/NtRTI | 14,8 | ||
| 10 | Eliquis® | Bristol Myers Squibb | Faktor Xa-Inhibitor | 12,1 |
GLP-1: Glucagon-ähnliches Peptid; INSTI: Integrase-Strangtransfer-Inhibitor; IL: Interleukin; mAb: monoklonaler Antikörper; NRTI: Nukleosid-Reverse-Transkriptase-Inhibitor; NtRTI: Nukleotid-Reverse-Transkriptase-Inhibitor. aQlex® ist eine subkutane Formulierung von Pembrolizumab und hat die gleichen zugelassenen Indikationen wie die ursprüngliche intravenöse Formulierung Keytruda®. bMounjaro® und Zepbound® enthalten beide Tirzepatid und sind für die Behandlung von Typ-2-Diabetes beziehungsweise Adipositas zugelassen. cOzempic® und Wegovy® enthalten beide Semaglutid als Arzneistoff und sind für Typ-2-Diabetes beziehungsweise Adipositas zugelassen.
Arzneimittel zur Behandlung von Stoffwechselerkrankungen verzeichneten 2025 ein starkes Wachstum, das sich voraussichtlich 2026 fortsetzen wird, wobei der Wettbewerb schärfer wird. Evaluate Pharma korrigierte seine Umsatzerwartungen für Ozempic® (Semaglutid, Novo Nordisk) um mehr als 2 Milliarden USD nach unten – von 22 Milliarden USD in 2025 auf 19,7 Milliarden USD in 2026 –, insbesondere, da Eli Lilly weiterhin Marktanteile im Bereich der GLP-1-RA erobert. Das Präparat würde damit von Platz 2 auf Platz 6 rutschen.
Im Gegensatz dazu sollen die Tirzepatid-haltigen Arzneimittel Mounjaro® (Indikation:Typ-2-Diabetes) und Zepbound® (Indikation: Adipositas) 2026 erhebliche Umsatzsteigerungen erzielen. Mounjaro wird mit einem voraussichtlichen Umsatz von 25,8 Milliarden USD den zweiten Platz hinter Keytruda einnehmen. Zepbound wird voraussichtlich das fünftumsatzstärkste und das Arzneimittel mit dem größten Wachstum in den Top Ten sein. Rechnet man die prognostizierten Umsätze der beiden Tirzepatid-haltigen Arzneimittel zusammen, ergeben sich mehr als 45 Milliarden USD, die den Umsatz von Keytruda deutlich übertreffen würden.
Außerhalb der Bereiche Stoffwechsel- und Krebserkrankungen werden die Immuntherapeutika Risankizumab (Skyrizi®) und Dupilumab (Dupixent®) ihre Positionen in den Top Ten mit einem erheblichen Umsatzwachstum im Jahr 2026 voraussichtlich weiter stärken.
Das Schlusslicht der zehn Stärksten bilden die HIV-Dreifachkombinationstherapie Biktarvy®, die trotz anhaltend positiver Umsatzentwicklung an Rangplätzen verliert, und das Antikoagulanz Apixaban (Eliquis®), das nach dem Auslaufen des Patentschutzes in der Liste nach unten rutscht.