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Stimmen zum Weltfrauentag
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Die »old-boy-networks« im Gesundheitswesen

Am 8. März ist Weltfrauentag. Seit mehr als 100 Jahren soll er ein Zeichen für Gleichberechtigung von Frauen und Männern setzen. Wie ist es um Gleichberechtigung im Gesundheitswesen bestellt? Die PZ hat sich in Politik, Wirtschaft und Standespolitik umgehört. 
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 07.03.2025  07:00 Uhr
Teilzeit – gut für die Work-Life-Balance, schlecht für die Rente

Teilzeit – gut für die Work-Life-Balance, schlecht für die Rente

Am 7. März ist in diesem Jahr zudem der Equal Pay Day, also der Tag, bis zu dem Frauen arbeiten müssen, um auf das Gehalt zu kommen, das Männer bereits am 31. Dezember des Vorjahres erreicht haben. 2023 lag die Lohnlücke in Deutschland bei 18 Prozent, 2024 bei 16 Prozent. Im kommenden Jahr wird der Equal Pay Day schon am 27. Februar stattfinden – ein kleiner Fortschritt.

Dennoch werden Frauen in Deutschland weiter deutlich schlechter bezahlt als Männer. Das wirkt sich auf die Rentenbezüge aus. ABDA-Vizepräsidentin Ina Lucas kritisierte hierzu: »Wir sehen nicht zuletzt bei Themen wie dem Gender Pay Gap, dass Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern weiterhin nicht erreicht ist.« Die Förderung von Frauen bleibe ein wichtiges gesellschaftspolitisches Thema, so Lucas zur PZ. 

Das Gesundheitssystem sei weiblich dominiert, auch bei den Apotheken. Bei den Apothekenleitungen liege die Zahl der Leiterinnen verglichen mit ihren männlichen Kollegen nahezu gleich auf. Und bei den Angestellten hätten Frauen »zahlenmäßig deutlich die Nase vorn«, so Lucas. 

Viele Frauen in Gesundheitsberufen arbeiteten in Teilzeit – eine Lösung, die zwar zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie beitrage, so Lucas. Allerdings sei zu beachten, dass dies zu Einbußen etwa bei der Rente führen könne. Hier müsse die Politik nachbessern, forderte die ABDA-Vizepräsidentin.

Apotheke ohne Frauen »undenkbar«

»Ohne Frauen wäre die Apotheke undenkbar«, ergänzt Niedersachsens Kammerpräsidentin Cathrin Burs. Viele Frauen engagierten sich in der Standespolitik. Sie freue sich über viele starke Frauen in der Kammerversammlung und im Vorstand, so Burs. Denn diese brächten wertvolle Perspektiven für die Weiterentwicklung des Berufsstandes ein.

Burs appellierte an die Frauen in der Apothekenbranche: »Bringen Sie Ihre Ideen ein und gestalten Sie aktiv die Zukunft der Pharmazie mit. Denn eine moderne und zukunftsfähige Gesundheitsversorgung lebt von Vielfalt.« Der Internationale Frauentag bleibe ein wichtiger Anlass, um Chancen sichtbar zu machen und die berufliche Vielfalt von Frauen gezielt zu fördern.

Initiatorin des Internationalen Frauentags war Clara Zetkin, 1857 in Sachsen geborene Politikerin und  eine der bekanntesten Vertreterinnen der proletarischen Frauen- und der Arbeiterbewegung. Unter anderem auf ihren Antrag hin wurde auf der Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen 1910 beschlossen, einen Internationalen Frauentag als Kampftag für das Frauenwahlrecht zu etablieren. 

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