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Silvester

Die gefährlichste Nacht des Jahres

Können feuerwerksfreie Zonen, die es dieses Jahr etwa an zentralen Orten in mehreren Großstädten gibt, zu einer Verringerung der Verletztenzahl beitragen? Zumindest das UKB glaubt das nicht: Da man Verletzte aus ganz Berlin und dem Umland eingeliefert bekomme, »erwarten wir nicht, dass sich die Verbotszonen zahlenmäßig für unser Haus bemerkbar machen«.

Pennig spricht sich unterdessen für Aufklärung aus – unter anderem, weil sich Menschen zum Beispiel bei einem offiziellen Verkaufsstopp aus seiner Sicht Pyrotechnik illegal beschaffen würden, etwa im Netz. Das schaffe neue Probleme. Auch in der Umsetzung sieht er Schwierigkeiten: »Wenn man ein solches Verbot ausübt, dann lässt sich das polizeilich und ordnungsdienstlich in Großstädten wie Köln, München oder Berlin kaum durchsetzen.«

»Wir befürworten Aufklärungskampagnen über die Risiken und die gleichzeitige Abgabe von Schutzbrillen mit Feuerwerkskörpern«, erklärt Dr. Peter Heinz, Erster Vorsitzender des Bundesverbands der Augenärzte. Auch das Tragen von Gehörschutz wird insbesondere Kindern empfohlen.

»Darüber hinaus setzen wir uns für eine Diskussion über ein Verbot privat genutzter Feuerwerke ein«, ergänzt der Ophthalmologen-Präsident Professor Dr. Hans Hoerauf. »Feuerwerk gehört in die Hände professioneller Pyrotechniker.« Ein erster sinnvoller Schritt wären eine strikte Einhaltung des Abgabe- und Weitergabe-Verbots von Feuerwerkskörpern der Kategorie 2 an Minderjährige, eine deutliche Begrenzung der Nutzungszeit wie in Holland und eine Ausweitung der feuerwerksfreien Zonen insbesondere in belebten Innenstädten, schlägt Gabel-Pfisterer vor: »Weniger ist mehr. Das verringert nicht zuletzt auch die erhebliche Feinstaubbelastung in den Silvesternächten.«

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