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Silvester

Die gefährlichste Nacht des Jahres

Buntes Feuerwerk, das den Nachthimmel erhellt: Das ist für viele untrennbar verbunden mit dem Jahreswechsel. Menschen in medizinischen Berufen haben andere Bilder im Kopf, wenn sie an Silvester denken.
PZ/dpa
30.12.2019  14:00 Uhr

»An keinem anderen Tag im Jahr verletzen sich so viele Menschen an den Hände wie an Silvester«, so die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und die Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. Typisch seien abgetrennte Finger, Verbrennungen und Brüche. Daneben seien auch Verletzungen im Gesicht und der Augen häufig, sagte DGOU-Generalsekretär Dietmar Pennig der Deutschen Presse-Agentur.

In Großstadtkrankenhäusern werden an dem einen Abend laut der Fachgesellschaften jedes Jahr rund 50 bis 60 Patienten mit schweren Handverletzungen gezählt. Die meisten seien Männer, vor allem zwischen 15 und 30 Jahren oder zwischen 50 und 60. Ein Teil von ihnen trägt bleibende Schäden davon. Zu den Unfallursachen zählen etwa Experimente mit Pyrotechnik, das Zünden illegaler Feuerwerkskörper und Alkoholeinfluss.

Auch die Augenärzte haben in den vergangenen Tagen in einer Pressemitteilung vor schweren Augenverletzungen gewarnt. Seit dem Jahreswechsel 2016/2017 erhebt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft Daten zu Silvester-Behandlungen in Augenkliniken. Einer kürzlich veröffentlichten Auswertung zufolge gab es 1.356 Meldungen für die letzten drei Silvesternächte über Patienten, die an Augen, Händen und Gesicht behandelt werden mussten.

Jede vierte Augenverletzung ist schwer

»Drei Viertel der Patienten kommen mit Verletzungen an Augenlid, Hornhaut oder Bindehaut davon, die ambulant behandelt werden können«, heißt es seitens der Augenärzte. Jeder vierte Patient erleide jedoch eine schwere Verletzung, die stationär oder sogar in einer Notoperation versorgt werden muss. Dazu zählen Prellungen oder Risse im Augapfel, oft in Verbindung mit Lid- und Oberflächenverletzungen. Die Studie berichtet aber auch zusätzlich von Trommelfellschäden oder Verletzungen an der Lunge, im Gesicht oder an den Händen, die im Extremfall sogar eine Amputation nach sich zogen.

»Feuerwerkskörper können durch die Dreifach-Kombination von Hitze, Impuls und Chemikalien sehr komplexe Schäden bewirken«, betont Studienautorin Dr. Ameli Gabel-Pfisterer, Augenärztin am Ernst-von-Bergmann-Klinikum in Potsdam. »Schätzungsweise 40 Prozent der Schwerverletzten werden vermutlich unter dauerhaften Folgen wie Sehverschlechterung oder Narbenbildung leiden.«

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