Das derzeitige »Mischsystem« trägt demnach zu einer gewissen Resilienz bei. ABDA-Präsident Thomas Preis mahnte gegenüber der »Rheinischen Post«, dass Ausfälle keine Auswirkungen auf die Versorgung haben dürften.
Rosa Rezepte als Backup erhalten oder besser voll auf die digitale Verordnung setzen – hier ist die Apothekerschaft gespalten. Beim bevorstehenden Apothekertag vom 15. bis 17. September in München soll das Thema auf die Agenda. In einem entsprechenden Antrag fordern Apothekerkammer sowie -verein des Saarlandes den Gesetzgeber auf, eine verpflichtende elektronische Ausstellung einzuführen und die Ausstellung über Muster 16 zu verbieten. Diese solle nur noch in Ausnahmefällen möglich sein.
Obwohl Vertragsärzte verpflichtet seien, E-Rezepte auszustellen, werde die Vorgabe nicht flächendeckend und umfassend umgesetzt, heißt es. Dies erleichtere Rezeptfälschungen, denn gefälschte Papierrezepte seien oft kaum von echten zu unterscheiden. Die Kassen würden seit Längerem vor steigenden Fallzahlen warnen. In der Folge seien zudem Retaxrisiken zu erwarten. Denn die Kassen verweigerten zunehmend die Erstattung gefälschter Rezepte, selbst wenn die Fälschung für die Apotheke nicht erkennbar war. Dadurch trügen die Betriebe ein erhebliches wirtschaftliches Risiko.
Das Papier-Rezept ist ein Auslaufmodell. Mit dem E-Rezept sollen alle Arzneimittel-Verordnungen über die Telematikinfrastruktur abgewickelt werden. Wir berichten über alle Entwicklungen bei der Einführung des E-Rezeptes. Eine Übersicht über unsere Berichterstattung finden Sie auf der Themenseite E-Rezept.