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Panne bei D-Trust
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Die Folgen des E-Rezept-Ausfalls

E-Rezept-Ausfälle kommen bis heute immer wieder vor, normalerweise ist nur ein kleiner Teil der Apotheken betroffen und die Panne schnell behoben. Der jüngste Ausfall war größer und sorgte so für bundesweite Aufmerksamkeit. Jetzt wird wieder über den Umgang mit dem System diskutiert.
AutorKontaktCornelia Dölger
AutorKontaktAlexander Müller
Datum 09.09.2026  14:30 Uhr

Am Montagmittag meldete die Gematik eine Störung im Zusammenhang mit Institutionskarten (SMC-B) und Heilberufsausweisen der D-Trust, einem großen Vertrauensdienstanbieter. Es könne zu Einschränkungen bei der Nutzung von SMC-B und Heilberufsausweisen dieses Anbieters kommen, warnte die halbstaatliche Agentur. Dies könne Auswirkungen in Praxen und Apotheken haben, etwa beim Erstellen beziehungsweise Signieren sowie Einlösen von E-Rezepten oder bei der ePA-Nutzung. D-Trust suche intensiv nach der Ursache. Tatsächlich meldeten mehrere Apotheken Ausfälle.

Dienstagmorgen um 8:16 Uhr gab die Gematik dann Entwarnung – »nach aktuellem Kenntnisstand« gebe es keine Beeinträchtigungen mehr. Gematik und Anbieter überwachten die Situation weiterhin engmaschig.

Ein Apotheker aus Bremen berichtet der PZ, dass am Montag durch den Ausfall rund 20 Prozent weniger GKV-Rezepte eingelöst wurden als an vergleichbaren Montag. Der Großteil der Rezepte sei wahrscheinlich am Folgetag eingelöst worden, denn hier beobachtete er ein Plus von circa 15 Prozent im Vergleich zum normalen Dienstag. Deutlicher sei der Unterschied bei den E-Rezepten: Während an normalen Montagen etwa 84 Prozent der Rezepten digital eingelöst würden, seien es am vergangenen Montag nur 63 Prozent gewesen.

E-Rezept-Pannen und -Ausfälle – inklusive kurzer Versorgungseinschränkungen – gibt es auch zwei Jahre nach Einführung des E-Rezepts immer wieder. Apothekenteams sind frustriert, weil sie die Folgen unmittelbar gegenüber den Patientinnen und Patienten ausbaden müssen, während sie selbst auf die technische Infrastruktur kaum Einfluss haben.

»Bild« spricht von »Digital-Panne in Deutschland«

Überregional erhielt die Panne also einige Aufmerksamkeit: »Bild.de« titelte: »Digital-Panne in Deutschland: E-Rezept-Ausfall sorgt für Chaos in Apotheken!« Eine Störung beim Vertrauensdienstanbieter D-Trust habe »bundesweit wichtige digitale Anwendungen im Gesundheitswesen beeinträchtigt«. Zahlreiche Medien zogen nach und berichteten über die Störung.

Genauere Zahlen, wie viele Menschen, Apotheken, Praxen konkret betroffen waren, gibt es nicht. Die Zahl lasse sich nicht konkret beziffern, sagte Hans-Peter Hubmann, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands (DAV). D-Trust selbst spricht vage von »vielen Apotheken und Arztpraxen«, die wegen der Störung eingeschränkt gewesen seien.

Ein schärferes Bild ergeben die Zahlen von Securpharm, dem Schutzsystem gegen gefälschte verschreibungspflichtige Arzneimittel. Das System hat am Nachmittag des Ausfalls einen Lastrückgang von 20 Prozent verzeichnet, die Artikel seien aber teilweise nachgeholt worden. Unter dem Strich standen demnach rund 4 Prozent weniger Ausbuchungen während der beiden Tage.

Die Vermutung liegt nahe, dass viele Ärzte auf Muster 16 umgestellt haben, weil auch in Praxen Probleme beim Erstellen der E-Rezepte aufgetreten waren.

Rosa Rezept verbieten?

Das derzeitige »Mischsystem« trägt demnach zu einer gewissen Resilienz bei. ABDA-Präsident Thomas Preis mahnte gegenüber der »Rheinischen Post«, dass Ausfälle keine Auswirkungen auf die Versorgung haben dürften.

Rosa Rezepte als Backup erhalten oder besser voll auf die digitale Verordnung setzen – hier ist die Apothekerschaft gespalten. Beim bevorstehenden Apothekertag vom 15. bis 17. September in München soll das Thema auf die Agenda. In einem entsprechenden Antrag fordern Apothekerkammer sowie -verein des Saarlandes den Gesetzgeber auf, eine verpflichtende elektronische Ausstellung einzuführen und die Ausstellung über Muster 16 zu verbieten. Diese solle nur noch in Ausnahmefällen möglich sein.

Obwohl Vertragsärzte verpflichtet seien, E-Rezepte auszustellen, werde die Vorgabe nicht flächendeckend und umfassend umgesetzt, heißt es. Dies erleichtere Rezeptfälschungen, denn gefälschte Papierrezepte seien oft kaum von echten zu unterscheiden. Die Kassen würden seit Längerem vor steigenden Fallzahlen warnen. In der Folge seien zudem Retaxrisiken zu erwarten. Denn die Kassen verweigerten zunehmend die Erstattung gefälschter Rezepte, selbst wenn die Fälschung für die Apotheke nicht erkennbar war. Dadurch trügen die Betriebe ein erhebliches wirtschaftliches Risiko.

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