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Pandemie-Umsätze in Apotheken

»Die Apotheken haben sich das verdient!«

Was ist nach 2022 zu erwarten?

Doch auch Bauer wies mehrfach auf die »extremen« Corona-Sondereffekte hin. Das Ziel zunehmender Unabhängigkeit von »politikgesteuerter« GKV-Vergütung haben die Apotheken laut Bauer somit nur vordergründig erreicht. Denn: Das Teilbetriebsergebnis im GKV-Bereich sinke weiterhin und liege auf dem Niveau des Jahres 2007. Die GKV trage also immer weniger zum wirtschaftlichen Unterhalt der Apotheke bei. Mit Blick auf das laufende Jahr ergeben sich neben den zunehmend wegfallenden Corona-Sonderhonoraren zudem eine Reihe weiterer Einflussfaktoren. Dazu gehörten mögliche Änderungen am Kassenabschlag, veränderte Einkaufskonditionen beim Großhandel sowie durch die neuen Tarifabschlüsse gestiegene Lohnkosten. Alleine die gesteigerten Lohnkosten führten pro Durchschnittsapotheke zu Mehrbelastungen von rund 17.000 Euro. Bauer rechnete auch vor, mit welchen Verlusten die Apotheken durch den Wegfall der Corona-Sonderhonorare zu rechnen haben. Alleine durch den Wegfall der Masken-Ausgabe werde sich der Gewinn pro durchschnittlicher Apotheke um 50.000 reduzieren, hinzu kämen Verluste durch weniger Impfzertifikate (10.000 Euro) und durch weniger Bürgertests (ebenfalls 10.000 Euro). Der Wirtschaftsexperte wies allerdings darauf hin, dass hier sehr deutliche Unterschiede zwischen den Apotheken liegen.

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