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Verbesserte Versorgungslage 

Der Sonderfall Tamoxifen

Tamoxifen-Engpass: Ein europäisches Problem

Die Sonderproduktion von Tamoxifen in Barleben ist  jedoch nicht die einzige Besonderheit beim Lieferengpass des Brustkrebsmittels. Insbesondere fällt auf, dass der Estrogenrezeptor-Modulator nicht wie viele andere Generika in China oder Indien hergestellt wird. Laut einer vom Branchenverband Pro Generika veröffentlichten Studie stammt der Wirkstoff der in Deutschland abgegebenen Fertigarzneimittel zu 95 Prozent aus Europa. Nur etwa 5 Prozent der gesamten Versorgungsmenge kommen aus Indien, in China wird Tamoxifen gar nicht produziert. Und auch die Hexal-Sprecherin bestätigte gegenüber der PZ, dass man Tamoxifen-Filmtabletten bereits seit 1997 am Standort Barleben produziere, allerdings nicht den Wirkstoff selbst, sondern nur die Tamoxifen-haltigen Fertigarzneimittel.

Aristo und Hexal blieben lieferfähig

Hinzu kommt, dass beim Tamoxifen-Lieferengpass offenbar kein typischer Domino-Effekt vorliegt. Zur Erklärung: Größere, gesamt-systematische Engpässe entstehen häufig, weil alle Generika-Firmen Wirkstoffe beim selben Hersteller beziehen. Muss dieser die Produktion einstellen oder einschränken, können die vertreibenden Firmen in der Regel alle nicht mehr ausliefern. Bei Tamoxifen ist das nicht der Fall. Der PZ liegt eine Marktanalyse für das Jahr 2021 vor, die zeigt, dass sowohl Hexal als auch Aristo bis Ende des Jahres dauerhaft lieferfähig waren. Aristo lieferte im Jahr 2021 monatlich stetig zwischen 5000 und 6000 Packungen aus. Hexal weitete seine Verkäufe sogar aus: Während die Novartis-Tochter bis Juni 2021 pro Monat zwischen 16.000 und 17.000 Packungen abgab, waren es im Dezember schon knapp 43.000. Denn: Alle anderen Firmen (unter anderem Heumann, Ratiopharm) stellten ihre Lieferungen an die Großhändler in den Herbstmonaten fast ein. Über die Gründe dazu liegen der PZ derzeit noch keine konkreten Angaben vor.

Klar ist aber: Auch die kontinuierlichen Lieferungen von Hexal und Aristo reichten nicht aus, um die Versorgung der Patientinnen und Patienten zu gewährleisten. Nur die Importe konnten die entstandene Lücke auffüllen. Hexal-Deutschlandchef Peter Stenico fordert daher eine Aussetzung der Rabattverträge. Gegenüber der PZ erklärte er: »Hexal hat in den letzten Monaten alles geleistet, um die Marktversorgung mit Tamoxifen in Deutschland aufrecht zu erhalten. Angenommen unsere Mitbewerber können in den kommenden Monaten nicht wie gewohnt liefern, gehen wir davon aus, dass es zu keinem weiteren Engpass kommen wird. Wichtig ist es jetzt, mit der Politik zusammenzuarbeiten und einen Lösungsansatz zu finden, wie wir einen attraktiven Markt schaffen, sodass wieder vermehrt Anbieter zurückkommen. Konkret heißt das: Die Festbeträge für Tamoxifen müssen angehoben und die Rabattverträge zumindest bis auf Weiteres ausgesetzt werden.«

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