| Daniela Hüttemann |
| 30.04.2026 12:00 Uhr |
Jährlich bekommen etwa 3500 Patienten in Deutschland eine allogene Stammzelltransplantation, europaweit sind es etwa 20.000. Dem stehen etwa 5000 bis 6000 autologe Transplantationen in Deutschland beziehungsweise rund 24.000 in der EU pro Jahr gegenüber. Dafür werden dem Patienten vor der Chemotherapie eigene Stammzellen entnommen und eingefroren, zum Beispiel, wenn eine Hochdosis-Chemotherapie nötig ist.
Bei Blutkrebs würde aber eine allogene Stammzelltransplantation bevorzugt, da von einem Fehler im eigenen Immunsystem auszugehen ist und bei Transplantation der eigenen Zellen eher ein Rezidiv droht, erklärte Stölzel. Fremde Zellen können dagegen besser noch schlafende Leukämiezellen im Körper des Empfängers erkennen. Das nennt man Graft-versus-Leukemia-Effekt. Indikation für eine autologe Stammzelltransplantation seien vor allem die sogenannten Plasmazelldyskrasien (PCD), zu denen Multiple Myelome gehören.
Stammzelltransplantationen müssen sorgfältig geplant werden, auch um den Empfänger vorzubereiten. Es gebe unterschiedliche Protokolle für die Konditionierung, also wie das eigene blutbildende System ausgelöscht wird, bevor ein neues transplantiert werden kann. Sie unterscheiden sich in Toxizität und Intensität und auch in Abhängigkeit, ob man den Graft-versus-Leukemia-Effekt nutzen will, erklärte der Hämatologe.
Treosulfan plus Fludarabin sei zum neuen Standard geworden, mit weniger Infektionen, Sepsis und Blutungen, besseren Überlebensraten und weniger Rezidiven. »Wir können mittlerweile vielen Patienten noch viele Lebensjahre schenken«, so der Arzt.