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Tag der Apotheke

Das E-Rezept kommt – und die Patienten wissen es nicht

Beim E-Rezept gibt es erhebliche Informationsdefizite: 63 Prozent der Bundesbürger haben noch nie etwas davon gehört. Und fast niemand (95 Prozent) weiß, wann die elektronische Verordnung eingeführt werden soll. Darauf weist die ABDA in einer Umfrage hin, die sie anlässlich des Tags der Apotheke am 7. Juni beauftragt hat.
Ev Tebroke
04.06.2021  15:00 Uhr

In knapp vier Wochen startet das E-Rezept in Berlin-Brandenburg – und im Laufe des Jahres dann bundesweit – doch die Bevölkerung weiß bislang kaum etwas über den Nachfolger des rosa Papierrezepts. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der ABDA. Auch zeigt sich, dass die Mehrheit der Befragten die elektronische Verordnung nicht wie angedacht nutzen will, sondern den klassischen Papierausdruck vorziehen möchte. Die gute Nachricht: Die Mehrheit will die Medikamente auch in E-Rezept-Zeiten in der Apotheke vor Ort abholen.

Ab 1. Juli kommt die elektronische Verordnung zunächst im abgesteckten Rahmen der Fokusregion Berlin-Brandenburg zum Einsatz. In der Reallife-Erprobung mit 120 Apotheken und 50 Ärzten soll die von der Gematik eingesetzte technische Infrastruktur zur Nutzung des E-Rezepts auf Herz und Nieren geprüft werden. Im Laufe des Jahres soll die elektronische Verordnung dann bundesweit ausgerollt werden und ab Januar 2022 ist das E-Rezept Verordnungsstandard. Das hört sich gut an, aber damit der Patient das Angebot auch nutzt, bedarf es noch massiver Aufklärung. Denn nur jeder dritte Erwachsene hat überhaupt schon von der elektronischen Verordnung gehört, 63 Prozent hingegen noch nie. Und fast niemand weiß, ab wann die Neuerung im Verordnungswesen zum Einsatz kommt: 95 Prozent der Erwachsenen kennen das Einführungsdatum nicht.

»Wir sehen, dass die Menschen noch extrem wenig über die Einführung des E-Rezepts und seine Vorteile wissen«, kommentierte ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening die Umfrageergebnisse heute im Rahmen einer Online-Pressekonferenz der ABDA. »Da kommt in den nächsten Monaten sehr viel Aufklärungsarbeit auf uns zu.« Die Apotheker müssten den Menschen »die völlig unbegründete Furcht nehmen«, Beratung und Versorgung würden mit dem E-Rezept schlechter werden. »Das Gegenteil wird der Fall sein, weil Patienten ja noch einfacher mit ihrer Apotheke kommunizieren und noch schneller versorgt werden können.«

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