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Kognitive Funktion
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Darmmikrobiom kann auf Abbau hinweisen

Forschende haben sechs Marker identifiziert, die als Folge von Veränderungen im Darmmikrobiom entstehen und mit einer nachlassenden Gedächtnisleistung in Verbindung gebracht werden.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 12.05.2026  14:00 Uhr

Sowohl Alzheimer-Demenz als auch leichte kognitive Beeinträchtigungen (MCI) sind mit Veränderungen des Darmmikrobioms asoziiert. Eine Dysbiose des Mikrobioms zieht eine veränderte Produktion sogenannter Mikroben-abhängiger Metabolite (MDM) nach sich, die wiederum die Darm-Hirn-Achse beeinflussen.

Diese Veränderungen werden nicht nur mit Prozessen wie neuronaler Entzündung in Verbindung gebracht. Sie gelten auch als Triebfeder des kognitiven Abbaus – und treten bereits vor dem Beginn einer Demenz zutage. So können MDM einerseits die Blut-Hirn-Schranke überwinden und so direkt das zentrale Nervensystem beeinflussen. Andererseits können sie auch indirekt ihre Wirkung entfalten, beispielsweise indem sie Signale des Vagusnervs modulieren. Dabei sind sie bereits sehr früh im Blut nachweisbar, wie  Wissenschaftler der University of East Anglia in Großbritannien um Emily Connell zeigen konnten.

Sechs Metabolite entscheidend

Die Forscher analysierten Blut- und Stuhlproben von 150 Erwachsenen im Alter von mindestens 50 Jahren und untersuchten 33 Moleküle mithilfe von Computermodellen und KI-gestütztem maschinellen Lernen. Dazu wurden die Teilnehmer in drei Gruppen zu je 50 Personen geteilt: gesund, Personen mit MCI und Personen mit subjektiven Gedächtnislücken (SCI). In die letztgenannte Gruppe fielen Probanden, die zwar selbst das Gefühl hatten, ihr Gedächtnis habe stark nachgelassen, bei denen aber mithilfe eines validierten Tests noch keine kognitiven Einbußen nachweisbar waren.

Das Ergebnis der Untersuchung wurde in »Gut Microbes« veröffentlicht. Demnach waren bei den Teilnehmer mit MCI deutliche Veränderungen im Mikrobiom und den MDM nachweisbar. Das Team identifizierte sechs entscheidende Metabolite, anhand derer die Teilnehmer mit einer Genauigkeit von 79 Prozent in die drei Gruppen zuordnen konnten. Dabei konnte das Modell mit einer Genauigkeit von mehr als 80 Prozent zwischen gesunden Erwachsenen und solchen mit MCI unterscheiden.

Bei besagten Metaboliten handelt es sich einerseits um neuroprotektive Moleküle, nämlich Cholin, 5-Hydroxyindol-Essigsäure und Indolpropionsäure (IPA). Sie sind bei Menschen mit SCI und MCI im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen niedriger. Im Gegensatz dazu waren die zytotoxischen Metabolite Indoxylsulfat, Kynurensäure und Kynurenin erhöht.

Bis auf Cholin sind alle Metaboliten Bestandteil des Tryptophan-Stoffwechsels, der schon länger unter anderem  mit der Kognition in Verbindung gebracht wird und anscheinend bereits bei MCI Veränderungen unterliegt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass MDM als mögliche Biomarker für einen frühen kognitiven Abbau dienen könnten, schreiben die Autoren. Auch könnten somit Strategien zur Früherkennung und Intervention entwickelt werden.

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