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Zukunftsforscher

Corona-Krise bedeutet Achterbahn der Gefühle

Unter dem Eindruck der Corona-Maßnahmen erwarten gut zwei Drittel der Befragten, dass die Bürger mehr zusammenhalten werden. Dabei vertrauen sie zunächst auf die eigene Familie und die Nachbarn. Gut die Hälfte baut in anhaltenden Krisenzeiten mehr auf Nachbarn als auf Freunde. 

Wie wichtig den Menschen in der Krise soziale Kontakte sind, zeigten auch erste Zwischenergebnisse der COH-FIT-Studie. Die »Collaborative Outcomes Study on Health and Functioning during Infection Times« ist eine anonyme internationale Umfrage in Ländern, die von der Coronavirus-Pandemie betroffen sind. Unter Leitung der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Universität Padua untersuchen mehr als 200 Wissenschaftler aus mehr als 40 Ländern die körperlichen und seelischen Auswirkungen der Pandemie.

»Bislang haben sich mehr als 108.000 Menschen aus 147 Ländern, davon etwa 51.000 aus Europa und 8300 aus Deutschland beteiligt«, berichtete Studienleiter Professor Dr. Christoph U. Correll von der Charité Berlin Ende November beim Webkongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN).

Ein Drittel der Befragten, vor allem Frauen und jüngere Menschen, gab an, durch die Pandemie deutlich mehr Stress zu haben. 13 Prozent fühlten sich allerdings weniger gestresst. Ebenfalls deutlich gestiegen seien Einsamkeit und Wut, die vor allem Frauen und Jüngere belasten. Als besonders wirksame und wichtige Coping-Strategien wurden körperliche Bewegung, Sport, direkte und virtuelle persönliche Kontakte, Internetnutzung und Arbeit genannt.

Correll resümierte: »Wir brauchen Strukturen im Alltag, auch durch Arbeit, sowie körperliche Bewegung und Kontakte.« Abstand halten sei wichtig in der Pandemie, aber es gehe um physischen, nicht sozialen Abstand.

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