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GKV-Spargesetz
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BPI sieht Versorgung mit Kinderarzneimitteln in Gefahr

Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) sollen die Kassenfinanzen stabilisiert werden. Doch die darin vorgesehene Ausweitung des Preismoratoriums gefährdet laut Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) die Versorgung von Kindern mit Arzneimitteln. 
AutorKontaktPZ
Datum 13.05.2026  12:00 Uhr

»Wer nur das Billigste will, verhindert, dass bekannte Wirkstoffe, die dringend auch für Kinder benötigt werden, kindgerecht weiterentwickelt und als Kinderarzneimittel zugelassen werden können«, kritisiert BPI-Hauptgeschäftsführer Kai Joachimsen. Die Versorgung mit Kinderarzneimitteln sei seit Langem unzureichend. Die im GKV-Spargesetz vorgesehene Ausweitung des Preismoratoriums werde sie weiter verschlechtern.

Seit 2010 gibt es im Arzneimittelmarkt ein Preismoratorium. Das soll mit dem BStabG ausgeweitet werden, sodass sich künftig der Preis eines neuen Präparats am niedrigsten existierenden Marktpreis eines Produkts mit demselben Wirkstoff und vergleichbarer Darreichungsform zu orientieren hat, hieß es seitens des BPI.

»Im Klartext bedeutet das: Wer Neuentwicklungen mit bekannten Wirkstoffen plant, muss angesichts der Kostensteigerungen von vornherein mit Verlusten rechnen. Logische Folge: Es wird diese Entwicklungen nicht mehr geben«, so Joachimsen. Das sei gerade für Kinderarzneimittel ein »verheerendes Signal«.

Fragwürdige Situation

Zu viele Arzneimittel mit bekannten Wirkstoffen sind laut BPI-Hauptgeschäftsführer noch immer nicht für Kinder zugelassen. »Der sogenannte Off-Label-Use, also der Anteil von nicht für Kinder zugelassenen, aber in der Pädiatrie verwendeten Arzneimitteln, liegt in Deutschland bei 65 bis 90 Prozent. Und das, obwohl alle wissen: Kinder sind keine kleinen Erwachsenen.«

Es fehlten geeignete Dosierungen, Darreichungsformen und Hilfsstoffe sowie altersgerechte Anwendungskonzepte. Für Joachimsen mit Blick auf Patientensicherheit und haftungsrechtliche Fragen schon jetzt eine sehr fragwürdige Situation: »Wenn das neue Spargesetz tatsächlich kommt, wird es für die Versorgung der Kinder noch schwieriger werden.«

Weiter kritisiert der BPI, dass auch die EU das Thema Kinderarzneimittel vernachlässige: So setze die EU beispielsweise mit dem Biotech Act ein starkes politisches Signal zugunsten von Biotech, Biosimilars, ATMPs, KI und Biomanufacturing. Für pädiatrische Weiterentwicklungen bewährter Wirkstoffe gebe es dagegen keine vergleichbare Initiative. Spezifische Anreize zur Entwicklung von Kinderarzneimitteln – insbesondere PUMA-Arzneimittel (Paediatric Use Marketing Authorization, Weiterentwicklung bereits im Markt befindlicher Arzneimittel für Kinder auf Basis bewährter Wirkstoffe) – fehlten komplett. Joachimsen resümiert: »Es ist gut, wenn High-Tech-Biotech-Projekte gepusht werden; es ist schlecht, wenn wichtige pädiatrische Weiterentwicklungen bewährter Wirkstoffe weiterhin unterfinanziert und wirtschaftlich unattraktiv bleiben.«

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