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Coronavirus-Krise

BPI fordert längere Aussetzung der Rabattverträge

Mit Blick auf die Coronavirus-Krise fordert der Bundesverband der pharmazeutischen Industrie (BPI) eine staatliche Anordnung zur bundesweiten Aussetzung der Rabattverträge bis Ende Juni 2020.
Jennifer Evans
01.04.2020  15:56 Uhr

Nach Auffassung des BPI ist die Vereinbarung zwischen dem Deutschen Apothekerverband (DAV) und dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), die Abgabe von Arzneimitteln bis zum 30. April 2020 zu erleichtern, nur ein erster Schritt. Um die Versorgung mit Medikamenten weiterhin stabil zu halten, reiche das aber nicht aus, betonte heute BPI-Hauptgeschäftsführer Kai Joachimsen. Denn die Situation werde sich bis Ende April höchstwahrscheinlich nicht entspannen. Allerdings müssten »sowohl die Apotheken als auch die Arzneimittelhersteller Rechts- und Planungssicherheit haben, wie mit solchen Abweichungen umgegangen werden soll«, so Joachimsen.

Der BPI befürchtet, pharmazeutischen Unternehmen könnten nun Sanktionen drohen, die sie nicht zu verantworten haben. Daher fordert der Verband eine staatlich angeordnete Aussetzung der Rabattverträge bis Ende Juni 2020, damit sich alle Beteiligten auf die Versorgung der Patienten konzentrieren können. Zudem ist es dem BPI vor dem Hintergrund der derzeitigen Lage unverständlich, warum überhaupt noch neue Rabattverträge ausgeschrieben werden. Joachimsen kritisiert: »Es zeigt sich doch, dass gerade diese Systematik nicht zu einer Stabilisierung der Arzneimittelversorgung führt.«

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