Vor wenigen Tagen nun ist die Bestellfrist für Grippe-Impfstoffe ausgelaufen. Ein Signal für diesen Herbst kann von einer möglichen Einigung über die liegengebliebenen Dosen damit nicht mehr ausgehen. In vielen Offizinen haben die hohen Verwürfe der letzten Saison Spuren hinterlassen. So scheint die Bereitschaft weiter zu sinken, zusätzliche Impfstoffe auf eigenes Risiko zu bestellen. Viele Apotheken haben in diesem Jahr ausschließlich die Bestellungen der Ärzte an die Hersteller weitergereicht.
Der Verband der Privaten Krankenversicherung drängt die Politik derweil noch in einem anderen Punkt zum Handeln. So fehlten im vergangen Herbst besonders häufig Einzeldosen Grippe-Impfstoff, die vor allem bei Privatversicherten zum Einsatz kommen. Das Auseinzeln der Dosen ist regulär nicht erlaubt, sodass viele Apotheken ihre Patienten vertrösten mussten. Damit sich diese Situation nicht wiederholt, fordert die PKV eine Ausnahmeregelung im Zuge der Pandemie. Demnach sollen Apotheker ohne Rücksprache mit dem Arzt von der Verordnung abweichen und Dosen aus größeren Gebinden entnehmen dürfen, sofern »die abzugebende Packungsgröße nicht innerhalb einer angemessenen Zeit lieferbar ist«, wie der Verband in einer Stellungnahme zum geplanten Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GWGV) schreibt.