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Antikörperpräparat MBP134
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Berliner Ebola-Patient erhielt experimentelle Therapie

Ein Arzt hatte sich im Kongo mit Ebola infiziert. Charité-Ärzte und Pflegekräfte retteten vermutlich sein Leben. Was ein neues Medikament damit zu tun haben könnte.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 10.06.2026  11:15 Uhr

Der Zustand des mittlerweile genesenen Ebola-Patienten in der Berliner Charité war zwischenzeitlich lebensbedrohlich. Vor allem die Stunden zwischen dem Abflug des US-amerikanischen Arztes aus Uganda und der Ankunft in Deutschland seien kritisch gewesen, sagte Charité-Arzt Professor Dr. Leif Erik Sander, der Direktor der Klinik für Infektiologie und Intensivmedizin ist, bei einer Pressekonferenz. »Das sind Stunden, wo wir Sorge hatten, dass es sich so rasch verschlechtern könnte, dass er den Transport nicht mehr überlebt.«

Nach gut zwei Wochen Behandlung in der Berliner Charité wurde der Patient vor wenigen Tagen aus dem Krankenhaus entlassen. Er war in der Demokratischen Republik Kongo als Arzt tätig und hatte sich dort bei einer Patientin angesteckt. Auch seine Frau und seine vier Kinder kamen in die Charité, hatten aber keine Symptome und befanden sich in einem getrennten Teil der Station in Quarantäne. Die Frau sei ebenfalls Ärztin und hätte im Kongo die gleiche Patientin wie ihr Mann behandelt, erklärte Sander. Bei Kindern könne Ebola sehr rasch zum Tode führen. Deswegen sei die Familie täglich untersucht worden.

Behandlung mit experimentellem Medikament

Vater, Mutter und Kinder wurde den Angaben nach mit einem experimentellen Medikament mit dem Namen MBP134 behandelt. Das ist ein Antikörper-Präparat, das noch nicht zugelassen ist und derzeit klinisch getestet wird. Weltweit seien erst sechs gesunde Menschen damit getestet worden, sagte Sander.

»Das heißt die Datenlage ist sehr gering.« Außerdem erhielt der Mann das Medikament Remdesivir, das auch zur Behandlung von Menschen mit Covid-19 eingesetzt wird. Das entspricht auch den neuen Behandlungsempfehlungen, die ein Beratungsgremium der WHO kürzlich erstellt hat.

Die Ärzte hätten den Eindruck gehabt, dass der Gesundheitszustand des Mannes sich mit dieser kombinierten Therapie sehr rasch stabilisiert habe, so der Infektiologe. »Allerdings unter der Einschränkung: Wir wissen nicht, was passiert wäre, wenn diese Medikamente nicht verabreicht worden wären, so ist das bei individuellen Heilversuchen.« Man könne daher nicht sicher sagen, ob das Präparat helfe.

Ein Mittel für die Menschen im Kongo?

Im Kongo gibt es inzwischen mehr als 100 bestätigte Todesfälle, hunderte Menschen sind infiziert. Könnten diese dort ebenfalls mit MBP134 behandelt werden? Es wäre wichtig, diese Art von Präparaten Menschen in den Endemiegebieten zur Verfügung zu stellen, vor allem Helfenden, sagte der Infektiologe. Die Voraussetzungen seien aber schwierig. »In den Ausbruchsgebieten fehlt es teilweise an allem.« Die medizinische Ausstattung sei schlecht. Außerdem würden die Regionen zum Teil von Milizen kontrolliert. »Deswegen wäre meine Hoffnung, dass man das Medikament wirklich vor Ort bekommt, nicht so hoch.«

Die Beratungsgremien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfehlen, dass alle identifizierten und in Betracht gezogenen Produkte ausschließlich im Rahmen klinischer Studien eingesetzt werden sollen, um fundierte Daten zu gewinnen und eine sichere, ethisch vertretbare und wirksame Forschung zu gewährleisten.

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