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Indikationen und Arzneiformen
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Beratungsmonster Glucocorticoide

Corticoide sind bei Patienten zum Teil gefürchtet, die Beratung aufgrund der vielfältigen Anwendung bei manchen Apothekern vielleicht auch. Einfacher wird es, wenn man die wichtigsten Hinweise systematisch nach Applikationsart lernt.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 02.10.2026  18:00 Uhr

Auch inhalative Anwendung kann systemische Nebenwirkungen haben

Hier stehen Beclometasondipropionat und Budesonid als Wirkstoffe der ersten Generation und in zweiter Generation Ciclesonid, Fluticasonfuroat und -propionat sowie Mometasonfuroat zur Verfügung. Die Indikationen sind Asthma, COPD und sonstige akute oder entzündliche Zustände der unteren Atemwege, zum Beispiel Bronchitis, sowohl zur Dauer- als auch Bedarfsmedikation.

Im Patientenfall hatte die langjährige Anwenderin aufgrund einer fehlerhaften Inhalationstechnik, einer übermäßigen Anwendung im Bedarfsfall und zusätzlicher Glucocorticoid-haltiger Präparate (großflächige Anwendung von Mückenstich-Creme plus Nasenspray gegen Heuschnupfen) systemische Nebenwirkungen entwickelt.

Hoffmann wies darauf hin, dass die beiden Wirkstoffe der ersten Generation eine vergleichsweise hohe orale Bioverfügbarkeit haben. »Das Risiko für systemische Wirkungen steigt in Abhängigkeit von Dosierung, Therapiedauer und Inhalationstechnik«, so Hoffmann. Eine Umstellung auf einen anderen Wirkstoff kann der Arzt in Erwägung ziehen.

Die richtige Inhalationstechnik sollte im Rahmen der entsprechenden pharmazeutischen Dienstleistung (pDL) auch bei langjährigen Anwendern immer wieder überprüft werden. Dazu gehört auch, wirklich unmittelbar nach der Anwendung nicht nur den Mund zu spülen, sondern etwas zu trinken oder noch besser zu essen, um auch den hinteren Rachenbereich und Hals zu erreichen. Bei den zusätzlich gekauften OTC-Präparaten sei die Notwendigkeit zu hinterfragen und Glucocorticoid-freie Alternativen zu erwägen.

Lokal im Gastrointestinaltrakt: Von der Mundhöhle bis zum Rektum

In der Mundhöhle kommen Prednisolonacetat und Triamcinolonacetonid zur Anwendung (entzündliche Schleimhautveränderungen, allergische Reaktionen), in der Speiseröhre (eosinophile Ösophagitis) sowie im Dünn- und Dickdarm (entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa) Budesonid sowie rektal wiederum Budesonid (Colitis ulcerosa) und Hydrocortisonacetat (Hämorrhoiden, Analekzem, Reizzustände und Entzündungen).

Die Anwendung in der Mundhöhle erfolgt ein- bis zweimal täglich nach dem Essen dünn auf die betroffenen Stellen. Jorveza® Schmelztabletten und Suspension (vor Gebrauch schütteln) für die Speiseröhre sind ebenfalls nach der Mahlzeit anzuwenden. Danach 30 Minuten nicht trinken, essen, keine sonstigen Arzneimittel einnehmen und auch keine Mundhygiene durchführen.

Normale Tabletten/Kapseln werden je nach Präparat einmal täglich 30 Minuten vor oder zum Essen genommen. Rektalschaum muss vor der Anwendung kräftig geschüttelt werden. Der Applikator muss tief genug eingeführt werden. Dazu einen Fuß auf einen Hocker stellen. Nach dem Auslösen muss für 10 bis 15 Sekunden gehalten werden, bevor der Applikator langsam entfernt wird.

Zäpfchen für eine lokale Wirkung werden zweimal täglich in den Analkanal eingeführt. Ist eine systemische Wirkung erwünscht, sollten sie möglichst tief ins Rektum eingeführt werden.

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