| Daniela Hüttemann |
| 02.10.2026 18:00 Uhr |
Auch für die Anwendung am Auge stehen diverse Wirkstoffe und Präparate bereit. Indiziert sind sie bei schweren nicht infektiösen akuten und chronischen Entzündungen des äußeren und inneren Auges, bei schweren allergischen Bindehautentzündungen und postoperativ zur Entzündungshemmung. In der Regel beginnt man auch hier mit einer hohen und dann abfallenden Dosierung: Zu Beginn stündlich, nach 24 bis 48 Stunden dann zwei- bis viermal täglich für maximal zwei Wochen (bei postoperativem Zustand mitunter aber auch über Monate).
Nach dem Tropfen sollte der Patient die Augen kurz geschlossen halten und ein bis zwei Minuten Druck auf den inneren Lidwinkel ausüben. Falls etwas daneben ging, soll nicht nachgetropft, sondern bis zum nächsten vorgesehenen Dosierzeitpunkt gewartet werden.
Augensalbe wird zwei- bis dreimal täglich in den Bindehautsack gegeben (rund 1 cm Salbenstrang pro Auge). Dabei gilt es, die Tubenspitze steril zu halten, also nicht zu berühren. Das Sehvermögen kann kurzzeitig beeinträchtigt sein.
Ophthale Nebenwirkungen sind ein Brennen/Stechen unmittelbar nach der Anwendung, Trockenheit, verschwommenes Sehen und Fremdkörpergefühl. Dann kann man befeuchtende Augentropfen anbieten. Bei Langzeitanwendung kann es zu einem Steroid-Glaukom oder auch zu einer Linsentrübung (Katarakt) kommen.
Grundsätzlich ist bei der Anwendung mehrerer Augentropfen ein Tropfabstand von mindestens 15 Minuten einzuhalten. »Ich rate meinen Patienten dann immer: ein Tropfen vor dem Essen, ein Tropfen nach dem Essen«, gab Hoffmann einen praktischen Tipp.
Dexamethason, Fluocinolonacetonid und Hydrocortisonacetat gibt es als Otologika. Sie kommen bei trockenem Gehörgangsekzem und akuten Mittelohrentzündungen (Otitis media) oder auch des äußeren Gehörgangs (Otitis externa) zum Einsatz, allerdings nur bei intaktem Trommelfell. Die Anwendung erfolgt im Liegen oder mit geneigtem Kopf. Während Erwachsene die Ohrmuschel nach hinten oben ziehen sollten, ist dies bei Kindern nach hinten unten. Anschließend leicht den Gehöreingang massieren. Auch hier gilt, die Tropferspitze steril zu halten.