| Daniela Hüttemann |
| 20.10.2026 18:00 Uhr |
Zoledronsäure zählt zu den stärksten verfügbaren Bisphosphonaten mit einer sehr hohen Affinität zum Knochengewebe. Dort wird es beim Knochenumbau über lange Zeit freigesetzt und hemmt den Knochenabbau. / © Getty Images/Science Photo Library/Nemes Laszlo
Wie wirkt Zoledronsäure?
Zoledronsäure gehört zu den Bisphosphonaten. Der Wirkstoff lagert sich an die Knochenoberfläche an. Bei der Knochenresorption wird er von Osteoklasten aufgenommen und hemmt deren Funktion und Überleben. Dadurch wird der Knochenabbau vermindert.
Was sind die Einsatzgebiete von Zoledronsäure?
Zoledronsäure hat zwei große Indikationsgebiete: zum einen die Behandlung der Osteoporose (auch in Zusammenhang mit einer systemischen Langzeit-Glucocorticoid-Therapie) bei postmenopausalen Frauen und bei erwachsenen Männern mit einem erhöhten Risiko für Frakturen. Zum anderen wird sie zur Prävention skelettbedingter Ereignisse bei Tumorerkrankungen mit Knochenbeteiligung eingesetzt, zum Beispiel von pathologischen Frakturen und Wirbelkompression, bei Bestrahlung oder Operation am Knochen und tumorinduzierter Hypercalciämie. Zudem hat Zoledronsäure eine Zulassung bei der seltenen Knochenerkrankung Morbus Paget (Osteodystrophia deformans).
Wie wird Zoledronsäure dosiert?
Zoledronsäure wird ausschließlich intravenös infundiert. Es gibt sowohl fertige Infusionslösungen als auch Konzentrate. Der Clou: Bei Osteoporose ist nur eine Infusion im Jahr mit 5 mg erforderlich. Bei Krebserkrankungen wird meist alle drei bis vier Wochen eine Dosis von 4 mg gegeben. Dazu sollten die Patienten täglich 500 mg Calcium und 400 IE Vitamin D pro Tag erhalten. Bei leichter bis mittelschwerer Nierenfunktionsstörung vor Beginn der Therapie wird die Dosis reduziert; bei schwerer Nierenfunktionsstörung wird die Anwendung nicht empfohlen. Zoledronsäure sollte als Einzellösung über eine eigene Infusionslinie gegeben werden. Der Patient soll vor und nach der Infusion viel trinken, um gut hydriert zu sein.
Welche Wechselwirkungen kann Zoledronsäure eingehen?
Bei der gleichzeitigen Anwendung von Amikacin, Gentamicin oder Tobramycin besteht eine erhöhte Gefahr für eine Hypocalciämie. Es soll dann vermehrt auf unerwünschte Wirkungen geachtet werden. Die Patienten sollten nicht gleichzeitig andere Bisphosphonate erhalten.
Welche Nebenwirkungen kann Zoledronsäure haben?
Fieber tritt sehr häufig auf. Bei skelettbezogenen Komplikationen und tumorinduzierter Hypercalciämie ist eine Hypophosphatämie sehr häufig. Häufig kommt es unter anderem zu Kopfschmerzen, Schwindel, Vorhofflimmern, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Knochen- und Gelenkschmerzen sowie grippeähnlichen Symptomen. Kieferosteonekrosen und atypische Femurfrakturen sind selten und insbesondere bei Langzeittherapie möglich.
Wann darf Zoledronsäure nicht eingesetzt werden?
Absolut kontraindiziert ist Zoledronsäure bei einer Hypocalciämie vor Therapiebeginn sowie in Schwangerschaft und Stillzeit. Bisphosphonate können die Nierenfunktion beeinflussen. Bei einer schweren Nierenfunktionsstörung zu Beginn der Behandlung (Kreatinin-Clearance <30 ml/min) wird die Anwendung von Zoledronsäure nicht empfohlen.
Was ist bei der Anwendung von Zoledronsäure in Schwangerschaft und Stillzeit zu beachten?
Eine Schwangerschaft sollte unter einer Zoledronsäure-Therapie vermieden werden. Umgekehrt sollten Schwangere nicht mit Zoledronsäure behandelt werden. Stillen ist kontraindiziert.
Warum muss Zoledronsäure bei Osteoporose nur einmal im Jahr infundiert werden?
Zoledronsäure zählt zu den stärksten verfügbaren Bisphosphonaten mit einer sehr hohen Affinität zum Knochengewebe und lang anhaltender Bindung. Ein Großteil des infundierten Wirkstoffs wird in die Knochenmatrix eingebaut und bildet dort eine Art Depot, das über Jahre im Knochen gespeichert bleibt. Beim regulär stattfindenden Knochenumbau wird Zoledronsäure nach und nach freigesetzt. Die aktuelle Osteoporose-Leitlinie empfiehlt eine Therapie über drei Jahre mit anschließender Neubewertung des Frakturrisikos. Bei hohem Risiko kann die Behandlung auf bis zu sechs Jahre verlängert werden.
Strukturformel Zoledronsäure / © Wurglics