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Bandscheibenvorfall
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Bei diesen Symptomen sofort zum Arzt

Ein Bandscheibenvorfall macht nicht zwingend Probleme. Meistens ist nicht einmal eine Bildgebung nötig und es kann konservativ behandelt werden. Bei Red Flags sollte man jedoch sofort zum Arzt, da sonst bleibende Schäden drohen.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 28.04.2026  09:00 Uhr

Vier von zehn Menschen erleiden schmerzhaften Bandscheibenvorfall

Die Prävalenz, im Laufe seines Lebens einen Bandscheibenvorfall mit radikulärem Schmerz zu erleiden, liegt laut Kleina bei 43 Prozent. Es ist also ziemlich wahrscheinlich, dass es einen erwischt. Etwa sechs von zehn Bandscheibenvorfälle treten in der Lendenwirbelsäule auf, 36 Prozent im Halsbereich und nur 2 Prozent im Brustwirbelbereich.

Kommt der Schmerz, setzt er in der Regel plötzlich ein und kann in Bein oder Arm beziehungsweise sogar in die Zehen oder Finger ausstrahlen. Abhängig davon, wo genau der Schmerz langzieht und durch eine Reflexüberprüfung können Ärzte relativ genau sagen, an welcher Nervenwurzel das Problem besteht. »Ohne Red Flags ist eine Bildgebung nicht sofort nötig und es kann konservativ behandelt werden«, erklärte Kleina.

Schmerzmittel und Rückenstärkung

Konservativ heißt ohne Operation. Das umfasst:

  • Schmerztherapie,
  • im Akutfall zunächst körperliche Schonung mit achsengerechter Bewegung (keine Rotationen),
  • Vermeidung rückenbelastender Tätigkeiten,
  • Physiotherapie,
  • gegebenenfalls Infiltrationstherapie (periradikuläre Therapie).

Bei einer Infiltrationstherapie wird mit einer Nadel unter CT- oder Röntgenkontrolle ein Lokalanästhetikum meist plus ein Corticoid in die Nähe der Nervenwurzeln gespritzt. »Wenn das funktioniert, wissen wir, dass dieser Nerv wirklich das Problem war, denn durch die Abschwellung hat die Nervenwurzel wieder genug Platz.«

Generell sollte der Patient möglichst schnell wieder in Bewegung kommen und im subakuten Stadium Rückentraining beginnen. Es sei sehr wichtig, die Rücken- und Bauchmuskulatur zu stärken. Bettruhe gilt als kontraproduktiv. Und auch von Lumbal-Orthesen, also stützenden Maßnahmen, hält Kleina nichts, da sie die Muskulatur überbrücken, wodurch diese nur weiter abgebaut wird. »Es ist eine degenerative Erkrankung, das heißt, es wird tendenziell schlimmer und das Risiko für ein Rezidiv ist gegeben.« Da müsse man aktiv gegenhalten.

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