| Annette Rößler |
| 23.04.2026 10:30 Uhr |
In der aktuellen Studie hatten Frauen mit einem anfangs ausreichenden Vitamin-D-Spiegel (25-Hydroxy-Vitamin-D ≥ 30,0 ng/mL) verglichen mit Frauen mit einem Vitamin-D-Mangel (25-Hydroxy-Vitamin-D < 20,0 ng/mL) ein besseres Gesamtüberleben (adjustierte Hazard Ratio 0,76), ein besseres krebsfreies Überleben (HR 0,75) und ein besseres krankheitsfreies Überleben (HR 0,82). Dies galt jedoch nur für Patientinnen mit fortgeschritteneren Tumorerkrankungen (ab Stadium II) – wohl deshalb, weil Patientinnen mit Brustkrebs im Stadium I ohnehin eine gute Prognose haben, wie Koautor Dr. Alfredo Chua gegenüber der Nachrichtenseite »Medscape« sagte.
Bezüglich der Herz-Kreislauf-Gesundheit zeigte sich kein Sicherheitssignal: Eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung war mit einem geringeren Risiko für das Vorliegen von kardiovaskulären Risikofaktoren, Diabetes und Dyslipidämie verbunden. Ein statistischer Trend zeigte sich für eine niedrigere Wahrscheinlichkeit von kardiovaskulären Erkrankungen, aber nicht für Herz-Kreislauf-Tod.
Die Studie liefere einen starken Hinweis darauf, dass eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung bei Frauen mit Brustkrebsdiagnose sowohl mit einem besseren Krebsüberleben als auch mit Vorteilen bezüglich der kardiovaskulären Gesundheit einhergehe, so das Fazit der Autoren in der Originalpublikation. Sie halten es für ratsam, diese Patientinnengruppe auf einen Vitamin-D-Mangel zu screenen und diesen bei Bedarf mit täglichen Supplementen zu behandeln.