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Assoziation
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Bei Brustkrebs-Diagnose Vitamin D checken

Frauen, die an Brustkrebs erkranken, haben schlechtere Überlebenschancen, wenn sie zum Zeitpunkt der Diagnose einen Vitamin-D-Mangel haben. Das belegt eine aktuelle Studie, deren Autoren gegebenenfalls eine Supplementation empfehlen.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 23.04.2026  10:30 Uhr

Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel beziehungsweise ein Vitamin-D-Mangel kommt bei Menschen in Ländern mit größerer Entfernung zum Äquator häufig vor. Das gilt auch für Krebspatienten. Aus Übersichtsartikeln gibt es Hinweise darauf, dass höhere Vitamin-D-Spiegel mit einer geringeren krebsbedingten Sterblichkeit einhergehen, wobei diese Evidenz wenig belastbar ist.

Vor diesem Hintergrund führte eine Gruppe um Professor Dr. Song Yao vom Roswell Park Comprehensive Cancer Center in Buffalo, New York, eine prospektive Studie mit Brustkrebspatientinnen durch. Die Forschenden bestimmten bei 3995 Frauen zum Zeitpunkt der Brustkrebsdiagnose den Vitamin-D-Spiegel und erfassten anschließend über median 12,2 Jahre das Gesamtüberleben (OS) sowie weitere Parameter. Die Ergebnisse der Studie sind im »Journal of the National Compehensive Cancer Network« publiziert.

Neben dem Überleben der Teilnehmerinnen lag ein weiterer Fokus auf kardiovaskulären Ereignissen. Eine Vitamin-D-Supplementation sei in Studien mit einem niedrigeren Blutdruck und Cholesterolspiegel sowie Blutzucker und HbA1c-Wert assoziiert gewesen, schreiben die Forschenden. Insgesamt sei die Datenlage zur kardiovaskulären Sicherheit einer Vitamin-D-Supplementation aber gemischt.

Hierzu verweisen sie vor allem auf eine Subgruppenanalyse der WHI-Studie (Women’s Health Initiative), die 2024 im Fachjournal »Annals of Internal Medicine« erschienen war. Darin war die Einnahme von Calcium und Vitamin D bei postmenopausalen Frauen nach 20 Jahren mit einer um 7 Prozent geringeren Krebssterblichkeit, aber mit einer um 6 Prozent erhöhten kardiovaskulären Sterblichkeit verbunden. Wegen der Doppelanwendung sei es schwierig, die Effekte von Vitamin D und Calcium auseinanderzudividieren. Bei Brustkrebspatientinnen sei eine hervorragende kardiovaskuläre Sicherheit aber besonders wichtig, weil sie aufgrund der oft kardiotoxischen Krebstherapie ein erhöhtes Risiko aufweisen.

Vorteile für Frauen mit Krebs ab Stadium II

In der aktuellen Studie hatten Frauen mit einem anfangs ausreichenden Vitamin-D-Spiegel (25-Hydroxy-Vitamin-D ≥ 30,0 ng/mL) verglichen mit Frauen mit einem Vitamin-D-Mangel (25-Hydroxy-Vitamin-D < 20,0 ng/mL) ein besseres Gesamtüberleben (adjustierte Hazard Ratio 0,76), ein besseres krebsfreies Überleben (HR 0,75) und ein besseres krankheitsfreies Überleben (HR 0,82). Dies galt jedoch nur für Patientinnen mit fortgeschritteneren Tumorerkrankungen (ab Stadium II) – wohl deshalb, weil Patientinnen mit Brustkrebs im Stadium I ohnehin eine gute Prognose haben, wie Koautor Dr. Alfredo Chua gegenüber der Nachrichtenseite »Medscape« sagte.

Bezüglich der Herz-Kreislauf-Gesundheit zeigte sich kein Sicherheitssignal: Eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung war mit einem geringeren Risiko für das Vorliegen von kardiovaskulären Risikofaktoren, Diabetes und Dyslipidämie verbunden. Ein statistischer Trend zeigte sich für eine niedrigere Wahrscheinlichkeit von kardiovaskulären Erkrankungen, aber nicht für Herz-Kreislauf-Tod.

Die Studie liefere einen starken Hinweis darauf, dass eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung bei Frauen mit Brustkrebsdiagnose sowohl mit einem besseren Krebsüberleben als auch mit Vorteilen bezüglich der kardiovaskulären Gesundheit einhergehe, so das Fazit der Autoren in der Originalpublikation. Sie halten es für ratsam, diese Patientinnengruppe auf einen Vitamin-D-Mangel zu screenen und diesen bei Bedarf mit täglichen Supplementen zu behandeln.

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