Anders sieht es bei bestimmten Risikogruppen aus. Ein erhöhtes Risiko für eine Vitamin-D-Unterversorgung haben laut DGE unter anderem ältere Menschen, Menschen, die sich kaum oder gar nicht im Freien aufhalten, Personen, die ihre Haut im Freien weitgehend bedecken, sowie Menschen mit dunkler Hautfarbe. Außerdem haben mobilitätseingeschränkte, chronisch kranke und pflegebedürftige ältere Menschen in Pflegeeinrichtungen ein erhöhtes Risiko.
Für diese Gruppen wird die Einnahme eines Vitamin-D-Präparats empfohlen. Auch Babys im ersten Lebensjahr bekommen in der Regel Vitamin-D-Tropfen oder -Tabletten zur Rachitisprophylaxe. Die Prophylaxe sollte im 2. Lebensjahr in den Wintermonaten weiter durchgeführt werden, rät die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin.
Gut zu wissen: Die DGE bietet einen Referenzwertrechner an, um Bedarfe an verschiedenen Nährstoffen zu ermitteln.
Müdigkeit oder Schwäche können zwar zu einem Vitamin-D-Mangel passen, können aber auch andere Ursachen haben. Wer unsicher ist, ob eventuell ein Vitamin-D-Mangel vorliegt, sollte das ärztlich mithilfe eines Bluttests abklären lassen, bevor mit einer Selbsttherapie begonnen wird.
Der Vitamin-D-Spiegel kann aber auch zu hoch sein. Vitamin-D-Überdosierungen und damit verbundene unerwünschte Wirkungen wie Nierenprobleme sind nur durch eine überhöhte orale Zufuhr möglich. Dafür müsste man dauerhaft mehr als 100 Mikrogramm pro Tag nehmen, so DGE und BfR.
Vitamin D ist auch an der Herstellung der Botenstoffe Dopamin und Serotonin im Gehirn beteiligt. Manche Psychiater setzen Vitamin D etwa bei depressiven Patienten ein – auch, weil diese aufgrund ihrer Symptome wie Antriebslosigkeit, sozialem Rückzug und Bewegungsmangel besonders häufig von Risikofaktoren für Vitamin-D-Mangel betroffen sein können.
Auch hier gilt: Vor der Einnahme von Vitamin-D-Präparaten sollte ein möglicher Mangel unbedingt ärztlich gecheckt werden.