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Frauen und Männer

Geschenke auf den letzten Drücker

22.12.2015  09:13 Uhr

Von Dirk Keiner / Frauen kaufen in der Regel deutlich früher Weihnachtsgeschenke ein als Männer. Auch beim Thema Vorfreude und Geschenkeauswahl lassen sich geschlechtsspezifische Unterschiede ausmachen.

Geschlechterunterschiede bestehen bei den emotionalen wie konsum­orientierten Aspekten. In einer Befragung aus dem Jahr 2011 freuten sich Männer (63,1 Prozent) auf Weihnachten nicht so sehr wie Frauen (71,2 Prozent). Auch beim Einpacken von Geschenken wurden Unterschiede ermittelt. Während Männer die Geschenke zu einem hohen Anteil verpacken lassen (46,4 Prozent), nimmt Frau Geschenkpapier und -band lieber selbst in die Hand (92,7 Prozent).

Beziehungsfalle

 

Weihnachtsgeschenke werden von Frauen auch früher gekauft und mit mehr Liebe und Sorgfalt ausgesucht. Außerdem kaufen sie mehr Geschenke. Männer hingegen gehen später los (52,5 Prozent erst im Dezember) und nehmen eher das »Erstbeste« mit. Doch schenkt eine Frau ihrem Partner das »falsche« Geschenk, steht die Beziehung unter Umständen auf der Kippe. Denn in der männlichen Wahrnehmung gelten Geschenke als Zeichen dafür, wie ähnlich man sich ist. Schlechtes Geschenk – schlechte Perspektive für die Partnerschaft.

 

Unter den 37 Triggerfaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen finden sich auch Weihnachten und Neujahr. Das Risiko für ein akutes Koronarsyndrom und eine ventrikuläre Arrhythmie ist ein bis zwei Stunden nach emotionalen stressreichen Ereignissen erhöht. Dieses kardiovaskuläre Risiko ist in der Zeit zwischen Weihnachten und Anfang Januar erhöht und das Mortalitätsrisiko steigt um 4,65 Prozent. Während bei Frauen zu Weihnachten als Mortalitätsrisiko die kardiovaskulären Risiken überwiegen, sind es bei Männern ein erhöhtes Unfall­risiko und Alkohol. In einer australischen Befragung von 2014 (n = 1 290, 80 Prozent Frauen) gab nur ein Drittel der Teilnehmer an, dass sich der Konsum von Essen und Alkohol an Weihnachten nicht erhöht.

 

Erhöhtes Mortalitätsrisiko

 

Eine Analyse der Krebstodesfälle im Zeitraum von 1995 bis 2009 ergab bei Frauen eine erhöhte Mortalität in der Woche vor Weihnachten. Der Grund könnte eine verminderte Behandlungsintensität in diesem Zeitraum sein.

 

Kaum Studien liegen zum Einfluss von Weihnachten auf die Therapietreue vor. In einer kleinen Studie mit Schulkindern (n = 24), die an cystischer Fibrose erkrankt sind, zeigte sich jedoch in den Weihnachtsferien eine schlechtere Adhärenz mit Inhalatoren – auch im Vergleich zu anderen Schulferien. Ein Geschlechterunterschied wurde nicht analysiert. /

Wie sehr freuen Sie sich auf die diesjährige Weihnachtszeit? (n = 501)
Ich freue mich … Männer Frauen
sehr 18,4 35,0
eher schon 44,7 36,2
eher weniger 29,1 19,1
überhaupt nicht 7,8 9,7
Verpacken Sie Ihre Geschenke im Normalfall selbst oder lassen Sie diese im Geschäft oder von anderen Personen verpacken? (n = 480)
Ich verpacke die Geschenke selbst 65,1 92,7
Ich lasse die Geschenke im Geschäft verpacken 26,8 9,0
Ich bitte andere Personen darum, die Geschenke zu verpacken 19,6 3,3
Ich verpacke im Normalfall keine Geschenke und lasse diese auch nicht verpacken 7,7 0,8

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