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Erreger mit pandemischem Potenzial

22.12.2015
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Von Christina Hohmann-Jeddi / Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben eine Liste der Krankheitserreger erstellt, die die höchste Wahrscheinlichkeit haben, große Ausbrüche hervorzurufen und gegen die bislang keine Gegenmaßnahmen existieren.

 

Dies sind neben dem Erreger des Krim-Kongo-Fiebers das Ebola-, Marburg- und Lassa-Virus, das MERS- und SARS-Coronavirus sowie das Nipah- und Rift-Valley-Virus.

Die Liste von Pathogenen bildet das Rückgrat eines Plans zur Vorbereitung auf mögliche Bedrohungen. Hintergrund ist der Ebola-Ausbruch in Westafrika, dem mehr als 11 300 Menschen zum Opfer fielen. Er hatte gezeigt, dass die Welt ungenügend auf Notfälle dieser Art vorbereitet ist. Das will die WHO mit der Erstellung dieses Plans nun ändern. Er hat zum Ziel, die Entwicklung von Diagnosemethoden, Impfstoffen und Medikamenten gegen Krankheitserreger mit epidemischem Potenzial voranzutreiben und geeignete Maßnahmen zu entwickeln, um die Versorgung der Erkrankten in Notfällen zu optimieren und Epidemien effizient einzudämmen. Die Liste der gefährlichen Pathogene stellt somit eine Priorisierung für die Forschung und Medikamentenentwicklung dar.

 

Zusätzlich zu den genannten Erregern stuft die WHO drei weitere Pathogene als ernstes Risiko ein: das Chikungunya-Virus, das derzeit in Brasilien kursierende Zika-Virus und das SFTS-Virus (Severe fever with thrombocytopenia syndrome). Dieser Erreger aus der Familie der Bunyaviridae wurde 2009 entdeckt und ist in Asien verbreitet. Er löst hämorrhagische Fieber aus. Die Mortalität liegt zwischen 12 und 30 Prozent. /

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